Giorgio Vasari

Das Leben des Sebastiano del Piombo

Cover: Das Leben des Sebastiano del Piombo
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783803150240
Kartoniert, 96 Seiten, 10,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen neu übersetzt von Victoria Lorini. Herausgegeben von Alessandro Nova. Bearbeitet von Christina Irlenbusch. Das Leben des Sebastiano del Piombo, Schüler Giorgiones, gefördert von Michelangelo - vom musizierenden Wunderknaben in Venedig zum faulen Beamten am päpstlichen Hof. Die Lebensgeschichte des experimentierfreudigen Sebastiano gerät Vasari zum moralischen Exempel: Wie ein heiterer und witziger Musikant aus Venedig" zu hoch belohnt wurde, so daß er sich immer mehr dem Müßiggang hingab", bis ihm schließlich "mehr an der Lebensart lag als an der Kunst." Dabei war er sicher der begabteste Portraitist seiner Zeit, talentreich und zugleich voller Neugier auf unübliche Techniken, wie etwa der Ölmalerei direkt auf Putz (die er ursprünglich sogar für die Sixtinische Kapelle vorsah), mit der er sich freilich nicht durchsetzen konnte. Gegen Ende seines Lebens wollte er nichts mehr arbeiten und sagte zur Begründung, es gäbe ja genug Talente auf der Welt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.10.2004

"Nicht genug zu loben" sei diese von Alessandro Nova verantwortete Neuedition der erstmals 1550 im Druck erschienene Künstlerviten Giorgio Vasaris, befindet Rezensent Andreas Dorschel. Als "wirkungsmächtiges Ereignis" für die Idee, die Geschichte der Kunst als Abfolge herausragender Individuen zu erzählen, würdigt er Vasaris Lebensbeschreibungen der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten. Das "Einmalige" seines Werkes sieht er zum einen in Vasaris "kühnen, doch zeitgemäßen Gedanken", gerade die Künstlerviten seien berichtenswert, zum anderen in dessen Überzeugung, der rechte Gegenstand jenes Vorhabens seien seine Zeitgenossen. Dorschel lobt besonders die Frische dieser Lebensbeschreibungen, die auch daher rühre, dass Vasari auf viele Motive der späteren Künstler-Hagiografie noch nicht verpflichtet war. Seine Biografien Rosso Fiorentinos und Sebastiano del Piombos seien vielmehr nachgerade "Lehrstücke über die ökonomischen und politischen Bedingungen von Kunst". Vor allem aber habe Vasari begriffen, so Dorschel, "dass eindeutige Idolatrie der Heroisierung nur abträglich sein kann, da sie den Figuren an Tiefe nimmt, was sie ihnen an Kontur gibt." In Vasaris Helden sieht er den auch "tief ambivalente Figuren". Die vorliegende Neuedition der Biografien von Rosso Fiorentino und Sebastiano del Piombo erachtet er wahrlich als Glücksfall, glänzen sie doch durch "vorwiegend angemessene Übersetzungen", "kundige Einleitungen" und "exzellente Kommentare". "Unschätzbar" findet er auch die Abbildungen, die, obgleich notgedrungen etwas klein, "gut reproduziert" und "geschickt im Text" platziert seien. Und das alles zu einem "erschwinglichen Preis". "Dergleichen", so Dorschel, "ist heutzutage beinahe schon eine Heldentat."

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