Ein rasanter Roman, der ein Jahrhundert umfasst und den Leser in die Zukunft schleudertDer deutsche Logiker Gerhard Gentzen zählte zu den genialsten seines Fachs. Doch wer erinnert sich an ihn? Dietmar Dath macht sich in diesem Roman mit Laura und Jan auf die Suche nach jemandem, an den sie sich nicht mehr erinnern. Der Leser betritt einen Denkraum, in dem nicht nur Gerhard Gentzen aufritt, sondern auch noch ganz andere Figuren: Dietmar, der seit zehn Jahren an einem Roman über einen berühmten Logiker schreibt, aber auch Frank Schirrmacher, der sich den Kopf über das Internet zerbricht, Jeff Bezos, Ruth Garrett Millikan, eine schiefe Tante und ein geheimnisvolles Wesen, das das Leben auf der Erde erheblich in Gefahr bringen wird. Das ganze Personal dieses großen Romans stellt sich in den Dienst der Suche nach der Grundlage unseres Lebens in der Gegenwart: der schier unendlich scheinende Rechenleistungen der Computer. Sie ermöglicht die Flugbuchungen, die Verteilung von Impfstoffen oder Hilfsgütern, die Steuerung der Atomwaffenarsenale oder die detaillierte Abbildungen eines Lebens durch Likes und Kommentare in den sozialen Medien, die es nicht gäbe, wenn Programme nicht die Funktionsweise von Programmen überprüfen könnten. Dass sie das können, hat wiederum mit Gerhard Gentzen zu tun. Diese vielen Erzählstränge schreiben selbst ein Programm - If Then GoTo -, das uns die Chancen und Möglichkeiten der Rechentechnik der Gegenwart erleben lässt und unerwartete Ergebnisse ausspuckt: Science Fiction eben, was sonst.
Rezensent Jens Uthoff preist die Außenseiterstellung des neuen Romans von Dietmar Dath. Faszinierend findet er, wie spielerisch der Autor in seinem neuen Text die Geschichte des Mathematikers Gerhard Gentzen mit Lady Gaga und aktuellen Themen wie Corona, Flucht, Wohnungspolitik und kleinen Intrigen in der Redaktion einer großen deutschen Tageszeitung verschneidet. Durch ein Wirrwarr von Zeit- und Handlungsebenen muss sich Uthoff zwar hindurchkämpfen und allerhand Figuren von Frank Schirrmacher bis Jeff Bezos im Kopf behalten, doch Daths Montagetechnik scheint ihm letztlich überzeugend und unterhaltsam.
Rezensent Jan Drees setzt sich dem neuen Roman von Dietmar Dath aus und staunt: Der Leser erfährt wirklich, was die Welt im Innersten zusammenhält: Empathie. Dass Dath für diese Erkenntnis den Umweg über die Biografie des deutschen Mathematikers Gerhard Gentzen nimmt, dessen gedankliche Leistung zu vermitteln versucht, ihn mit Lady Gaga ins Kino gehen lässt, allerhand Figuren seinen Weg kreuzen und Spekulationen ins Kraut schießen lässt, findet Drees durchaus charmant, wenngleich höchst verwirrend. Die Verwirrung aber hat System bei diesem Autor, ahnt der Rezensent. Spannung entsteht hier durch die Gegenüberstellung von Mathematik und Emotionen, meint Drees. Am Ende aber ist es ein großes Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit, glaubt er.
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