Aus dem Japanischen von Irmela Hijiya-Kirchnereit. Da ist der kränkelnde, dreißig Jahre ältere Ehemann, ein jüdischer Künstler, da sind die drei Töchter mit Essstörungen und Pubertätssorgen, die kranken Eltern, und das Ganze im ständigen Hin und Her zwischen Kalifornien und Japan, wo die Autorin eine berühmte Dichterin ist. Der Alltag einer Frau, die alle Mühe hat, ihre Rollen als einzige Tochter, als Ehefrau und Mutter, als Schriftstellerin und als Intellektuelle auszubalancieren. Ein Leben voller Energie und Nachdenklichkeit, ein Leben zwischen den Kulturen, Generationen, dem vertrauten Gestern und dem lebendigen Heute. Eindringliche Stimmungen und kompakte Naturschilderungen wechseln sich ab mit absurden Situationen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2021
Rezensent Steffen Gnam schätzt die frühe Hiromi Ito für ihre "Provokation", die späte indes für ihre "Introspektion". Ito wurde seit den Siebzigern für ihre Performances und feministischen Werke bekannt und als "Schamanin der Poesie" bezeichnet, seit den Neunzigern lebt sie mit ihrem Mann, einem englischen Künstler, in Kalifornien, erläutert der Kritiker. In diesem Referenzrahmen bewegt sich dieser 2007 im Original erschienene und autobiografisch geprägte Roman, fährt er fort: Ito erzählt von einem Leben zwischen den Kontinenten und Kulturen, ihre Titelheldin Shiromi pflegt ihre Eltern in Japan, während ihr Mann in Kalifornien am Herzen operiert wird. Wie die Autorin "westlich-männlich-rationale" Welt und "weiblich-spirituell-schamanisches Universum" gegeneinanderschneidet, während ihre Heldin wie ein "Wandermönch" herumjettet, findet Gnam beeindruckend: Brillant, wie sie No-Theater, Ozu-Filme oder Euripides' "Bacchantinnen", Alltägliches und Surreales miteinander verknüpft, lobt er. Ein bewegender "Resilienzroman", der von Irmela Hijiya-Kirschnereit gekonnt übersetzt wurde, schließt Gnam.
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