Dimitrios Kisoudis

Politische Theologie in der griechisch-orthodoxen Kirche

Cover: Politische Theologie in der griechisch-orthodoxen Kirche
Diagonal Verlag, Marburg 2007
ISBN 9783939346029
Kartoniert, 162 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Es herrscht Streit darüber, ob Griechenland als Wiege der klassischen Kultur dem Westen oder als Träger der byzantinischen Kultur dem Osten zuzurechnen ist. Im Innern spiegelt sich diese Frage in dem Kampf, den die Kirche seit längerer Zeit vermeintlich mit dem Staat, tatsächlich aber mit dem europäisch ausgerichteten Verfassungsrecht austrägt. Um dem theoretischen Modell der "Beziehungen von Staat und Kirche", das ein Überbleibsel des Kulturkampfes ist, ein zeitgemäßes entgegenzusetzen, findet Carl Schmitts politische Theorie hier erstmals Anwendung auf die Orthodoxe Kirche. Dadurch wird eine neue Sicht auf die einschlägigen Streitfragen in Griechenland gewonnen: nach der kulturanthropologischen Darlegung wichtiger Begriffe erscheint die politische Stellung der Kirche nicht einfach als unrechtmäßiger Übergriff eines gesellschaftlichen Bereiches auf den fremden Bereich der Politik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2008

Rundum überzeugend findet Rezensent Lorenz Jäger diese Studie über das Verhältnis der Ostkirche zu den Verfassungsideen der Europäischen Union, die Dimitrios Kisoudis vorgelegt hat. Er schätzt das hohe begriffliche Diskussionsniveau und die sorgfältige Darstellung der Arbeit, die die drei Grundbegriffe der griechisch-orthodoxen Kirche "Eikon", "Ethnos" und "Nomos" und ihre politische Bedeutung für die Griechen entfaltet. Deutlich wird für ihn die spannungsgeladene Konstellation, in die göttliches Gebot und weltliches Recht in der Ostkirche zueinander treten. Die griechische Orthodoxie wolle den Menschen nicht als gottlos-humanistisches Verfassungswesen sehen, sondern als Bild des fleischgewordenen Logos, versammelt im Kirchenvolk, rekapituliert Jäger, der sich recht beeindruckt davon zeigt, dass das Buch tatsächlich eine Magisterarbeit ist.
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