Aus dem Amerikanischen von Ulrike Wasek und Klaus Timmermann. Mit knapp dreißig hat Nilou alles erreicht. Wer hätte je geglaubt, dass sie eine Eliteuniversität besuchen, einen weltgewandten Juristen heiraten und ihre eigene Wissenschaftskarriere beginnen würde? Als Kind ist sie mit ihrer Mutter aus dem Iran geflohen - in die tiefste amerikanische Provinz, wo man sie nicht eben offenherzig empfangen hat. Doch sie hat ehrgeizig nach den Idealen der westlichen Welt gestrebt und sich komplett neu erfunden. Alles könnte also gut sein, wäre da nicht Nilous Vater, ein opiumsüchtiger Verehrer altpersischer Lyrik, der ihr vom Iran aus die Kluft vor Augen führt, die die Familie voneinander trennt. Als Nilou in Amsterdam auf eine Gruppe iranischer Exilanten trifft, mit ihnen kocht und ihren Erzählungen lauscht, erwacht eine alte Sehnsucht in ihr: nach einer Heimat, in der sie ganz einfach sie selbst sein darf.
Seyda Kurt preist den Geruch und Geschmack des Buches von Dina Nayeri. Opium, Aprikosen und Gewürze kann sie förmlich mit den Sinnen wahrnehmen, wenn die Erzählerin von ihnen berichtet, wie sie ihre Heimat im Iran prägen, ihr Elternhaus, das sie Richtung USA verlassen musste. Ausschweifend findet Kurt den Stil, präzise die Narration. Die Übersetzung von Ulrike Wasel und Klaus Timmernann überzeugt sie. Die im Buch erzählte Geschichte von Flucht, Erinnerung und neuen Gewissheiten scheint Kurt meisterhaft nachgezeichnet. Wie die Autorin Risse in den Biografien ihrer Protagonisten seziert, findet sie lesenswert.
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