1979: Die Rote Armee marschiert nach Afghanistan. Das Land taumelt ins Chaos. Partisanen leisten den um ein Vielfaches überlegenen Besatzern schier unüberwindbaren Widerstand. Als die Bilder von ausgebrannten Sowjet-Panzern um die Welt gehen, fühlt sich ein junger Amerikaner aufgerufen zum Handeln. Seine kleine Schwester ertrank, weil er unachtsam war. Ihr konnte er nicht helfen; jetzt zieht er los, um die Welt zu retten. In Afghanistan will er "Brücken bauen" und hängt am Ende erschöpft und orientierungslos über der Schulter eines Mudschahed, der ihn durch Gebirgsflüsse tragen muss. Während er allmählich begreift, dass er angesichts dieses Krieges machtlos ist, sehen die kämpfenden Afghanen in dem jungen Amerikaner einen Superhelden.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 08.10.2003
Harald Fricke zeigt sich gespalten, was diesen Bericht von William T. Vollmann angeht, der etwa zehn Jahre bis zur Veröffentlichung auf Englisch und nochmals etwa zehn Jahre bis zur Veröffentlichung auf Deutsch gebraucht hat. Vollmann berichte über seine Erfahrungen in Afghanistan, wo er sich den Mudschaheddin im Kampf gegen die Sowjetarmee anschloss. Der Autor lege dabei eine erstaunliche Distanz zu sich selbst als einen für den Kampf völlig ungeeigneten Idealisten an den Tag. Seine Erzählung besteche durch "verblüffende erzählerische Stärke" und "klare Beschreibungen", wobei sich die Wirren der Realität in der Form widerspiegeln: Es entstehe ein "chaotisches Geflecht" aus Reportage und Interview, Erinnerungen und zeitlichen Sprüngen. Was der Rezensent allerdings dem Autor zum Vorwurf macht, ist, dass dieser nach dem 11. September aus lauter Mitleid pauschal alle Afghanen, einschließlich der Taliban also, in Schutz nehme, was "höchstens mit politischer Blindheit" zu erklären sei, so der leicht verärgerte Rezensent.
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