Aus dem Englischen von Volker Oldenburg. Um seine Ehe zu retten und endlich sich selbst zu verstehen, fährt Jonas von Illinois nach Nashville, Tennessee. Dreißig Jahre zuvor machten sich seine Eltern, Einwanderer aus Äthiopien, in dieselbe Richtung auf eine verspätete Hochzeitsreise, nach vielen Jahren der Trennung. Wonach suchten sie damals, mitten im Herzen Amerikas? Wovon träumten sie und weshalb haben sie sich nicht geliebt? Was wird bleiben von ihrer gemeinsamen Zeit? Ort für Ort erobert sich Jonas das mögliche Leben seiner Eltern, eine Melodie der Erinnerung, die ihm niemand mehr nehmen kann. In dichten poetischen Bildern erzählt Dinaw Mengestu von der Sehnsucht des Menschen nach Heimat und danach, nicht verloren zu gehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.12.2010
Kirsten Voigt zeigt sich höchst angetan von Dinaw Mengestus zweitem Roman. Wie der Autor ist auch sein Protagonist Jonas Kind äthiopischer Einwanderer in die USA, der fingierte Biografien für Einwanderer schreibt und später als Lehrer seinen Schülern die erfundene Biografie seines Vaters erzählt. Daneben begibt er sich auf Spurensuche der Geschichte seiner Eltern, die unter dem Trauma ihrer Flucht aus der Heimat und unter ihrer katastrophalen Ehe leiden, erfahren wir. Zwischen Komik und Tragik entfaltet der Roman die komplexe innere Struktur von Entwurzelten und legt im Münchhausen-Syndrom seines Helden die Schutzfunktion seiner Lügen offen. Die Rezensentin findet, dass in derart "differenzierter" Form kaum je das Innenleben von Menschen in der Fremde dargestellt worden ist, und sie lobt hier Mengestus Sensibilität und Lebensklugheit. Dass sich das auch sprachlich frisch und mitunter sehr komisch liest, macht die Lektüre umso kurzweiliger, freut sich die Rezensentin.
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