In einer vernetzten Welt müssen wir vernetzt denken und komplexe Phänomene wie Pandemien, Klimakrise und die Destabilisierung von Ökosystemen als Ganzes in den Blick nehmen. Der Komplexitätswissenschaftler Dirk Brockmann schaut auf die Krisen unserer Zeit, sucht nach Mustern, Gesetzmäßigkeiten und Ähnlichkeiten zwischen ihnen und komplexen Prozessen der Natur. Dabei stellt er höchst aufschlussreiche Verbindungen her - etwa zwischen Waldbränden und Epidemien oder zwischen Goldbrassen auf Futtersuche und Populismus - und zeigt anhand von zahlreichen Beispielen, welche Erkenntnisse wir daraus ziehen können. Sein Fazit: Um die Krisen unserer Zeit zu bewältigen, müssen wir antidisziplinär denken und auf das fundamentale Prinzip der Natur setzen: Kooperation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2021
Rezensent Joachim Müller-Jung empfiehlt das Buch des Komplexitätsforschers Dirk Brockmann als Einführung in die Welt komplexer Systeme, namentlich unserer Welt. Zu lernen ist laut Rezensent nicht nur, wie sinnvoll es ist, um die Ecke zu denken, was der Autor u.a. am Beispiel der Corona-Maßnahmen und der ihnen zugrundeliegenden wissenschaftlichen Modelle zeigt, sondern auch, wie wenig wir tatsächlich unsere eigenen Entscheidungen im Griff haben. Höchste Zeit, das "Prinzip Individuum" zugunsten des vernetzten Denkens über Bord zu werfen, erkennt der Rezensent. Besonders überzeugend findet er das Buch und Brockmanns Thesen, wenn sich der Autor mit kollektiven Entscheidungsfindungsprozessen und Meinungsbildung befasst.
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