Sie lesen jetzt das Wort "jetzt" - und schon ist es vergangen. Das flüchtige Dasein der Gegenwart hat Philosophen und Physiker vor die größten Rätsel gestellt: Was ist die Zeit? Und warum fließt sie? Generationen von Wissenschaftlern haben sich vergeblich um Antworten bemüht, einige haben es aufgegeben. Nicht so Richard A. Muller. Er hat eine Theorie der Zeit aufgestellt, die neu ist und experimentell überprüfbar. Um sie vorzustellen, erklärt er zunächst die physikalischen Grundkonzepte wie Relativität, Entropie, Verschränkung, Antimaterie und Urknall. Darauf aufbauend entfaltet er seine neue Sicht mit all ihren Folgen für die Philosophie oder die Frage nach der Willensfreiheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2018
Hart geht der hier rezensierende Physiker Claus Kiefer mit dieser Studie seines in Berkeley lehrenden Kollegen ins Gericht. Die Nichtexistenz des Jetzt in der Physik beklagte schon Einstein, weiß der Kritiker - und Richard A. Muller will nichts Geringeres, als diese Lücke zu füllen. Und so lässt sich Kiefer bereitwillig auf einen ausgedehnten Streifzug durch verschiedene Theorien der Physik mitnehmen, findet einige Passagen, etwas zur Teilchenphysik und zur Kosmologie, plausibel und erhellend, warnt an anderer Stelle vor, dass nur Eingeweihte das Geschilderte verstehen werden und dringt schließlich zu Mullers eigentlichem Anliegen, der Zeit und deren Richtung vor. Leider muss er aber feststellen, dass der Autor nicht nur grundlegende Annahmen der Physik, wie Eddingtons Erkenntnisse zum Zusammenhang von Zeitpfeil und Entropiezunahme laut Kritiker ohne Grundlage in Frage stellt, sondern im Bezug auf sein eigentliches Thema auch eine überzeugende Antwort schuldig bleibt. "Pseudotheorie", schließt der Rezensent.
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