Mit 15 Jahren kommt der begabte Joseph Hammer an den Wiener Hof, wo er "Sprachknabe", Dolmetscher, werden soll. Joseph lernt Türkisch, Arabisch, Persisch, wird nach Konstantinopel entsandt, erlebt den Feldzug gegen Napoleon in Ägypten, sieht, was er nur aus Büchern kannte. Sein Leben lang vermittelt er zwischen Orient und Okzident und ist doch nirgends zuhause. Dass die Welt sein Genie nicht erkennt, schmerzt ihn. Er muss wohl erst etwas ganz Großes leisten: ein vollständiges Exemplar der Geschichten aus 1001. Nacht finden und übersetzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2019
Dirk Stermann hat es sich mit einem Roman über den österreichischen Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall nicht leicht gemacht, hält Rezensent Burkhard Müller fest. Hammer war ein Pionier in der Erforschung der orientalischen Literaturen und für Goethes "West-östlichen Divan" eine wichtige Inspirationsquelle. Aber wie kann man ein Gelehrtenleben erzählen, fragt sich Müller. Hätte Stermann aus dem Stoff nicht besser ein Sachbuch gemacht? Auch bekennt der Rezensent, dass er kein Freund historischer Romane sei. Die ganze Malerei, das Kolorit und die altertümelnden Dialoge behagen ihm nicht. Aber sonst: Gutes Buch, findet Müller
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