"Das brauche ich mir nicht zu merken. Das habe ich erlebt." Neugier und Forscherdrang sind Kindern angeboren. Die eigenen Kräfte erprohen, die Dinge bewegen, untersuchen, auseinandernehmen, nach dem Wie und Warum fragen - Leben lernen heißt immer auch, elementare Physik zu betreiben. Auch den oft schulgeschädigten Erwachsenen tut sich eine neue Welt auf, wenn sie sich auf das Erkenntnisinteresse der jungen Naturforscher einlassen. Nicht um Wissen, Fakten und Formeln geht es bei dieser Befragung der Welt, vielmehr um eine spezifische Aufmerksamkeit, ein Fragen und Denken, Forschen und offenes Experimentieren, einen neuen Blick auf die Dinge selbst. "Wir hätten Schweinerei sagen können. Aber wir haben es Experiment genannt." Donata Elschenbroich beschreibt in ihrem neuen Weltwissen-Buch elementare Naturwissenschaft im Familienalltag: die Chemie und Physik des Putzens, frühe Erfahrungen mit Naturgesetzen beim Schaukeln und Wippen, eine Mutler, die ihr Wissen als Biologin mit ihren Kindern neu entdeckt. Sie spricht mit Nobelpreisträgern, Erfindern und Kindergärtnerinnen und beleuchtet naturwissenschaftliche Bildungsinitiativen in anderen Ländern. Unbefangen wie in der Kinderzeit der Naturwissenschaften, als Leonardo da Vinci fliegen lernen wollte, legt dieses Buch den Weg zu den Grundlagen allen Forschens wieder frei und wirbt zugleich für ein neues, naturkundliches Bildungsverständnis.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 17.11.2005
Zu verschiedenen Ergebnissen kommt Donata Elschenbroich, wenn sie sich in ihrem Buch "Weltwunder" fragt, warum wir im Lauf unseres Lebens die Begeisterung für die Phänomene in unserer Umwelt verlieren. Zum Beispiel haben wir keine Probleme damit, uns als "Physik-Analphabeten" zu bezeichnen, referiert der Rezensent Manfred Spitzer, während wir in früher Kindheit Begeisterung fürs Tier- und Pflanzenreich empfinden. Im Dialog mit Naturwissenschaftlern, Hirnforschern, Lehrern oder Erziehern finde die Autorin heraus, dass Wissen später kaum mehr mit dem Leben verknüpft wird. "Kinder sind Experten des Wissenserwerbs", resümiert Elschenbroich und vergleicht den Lernprozess mit einer frisch getretenen Spur im Schnee, die später immer wieder benutzt wird. In der Neurowissenschaft spricht man von "Gedächtnisspuren". Die Lektüre von "Weltwunder" lässt Spitzer mit einigem Optimismus zurück, wenn er dafür plädiert, dass "Ausgaben für kleine Kinder keine Sozialausgaben" seien, "sondern Investitionen in die Zukunft". Man müsse nur "Das Fragen in Fluss halten, lebenslang.
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