Aus dem Englischen von Ulrike Becker. Es vergeht kaum ein Tag ohne irgendeine Diskussion, ob Computer ein Bewusstsein haben können, ob unser Universum eine Art Simulation, ob der Geist ein einzigartiges Charakteristikum des Menschen ist. Die meisten Philosophen gehen davon aus, dass unsere Erfahrung in unserem Gehirn eingeschlossen ist und die äußere Realität unzuverlässig repräsentiert. Farbe, Geruch und Klang, heißt es, ereignen sich nur in unseren Köpfen. Wenn aber Neurowissenschaftler unsere Gehirne untersuchen, finden sie nur Milliarden von Neuronen, die elektrische Impulse austauschen und chemische Substanzen freisetzen. Als Tim Parks in einem zufälligen Gespräch mit Riccardo Manzottis radikal neuer Theorie des Bewusstseins konfrontiert wurde, fing er an, die eigene Erfahrung zu prüfen und mit den philosophischen und neurowissenschaftlichen Theorien zu konfrontieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2021
Rezensent Burkhard Müller folgt Tim Parks bereitwillig nach Heidelberg zu den Forschern des Bewusstseins, wo der Autor am Dialog zwischen Geistes- und Naturwissenschaften arbeitet. Das Ergebnis ist laut Müller erstaunlich, denn der schlaue Autor deckt mit bisweilen neckischer Freude, doch nie zu selbstsicher, wie Müller anmerkt, sondern durchaus selbstironisch die professionellen Blindheiten der Forscher ihrem eigenen Tun gegenüber auf. Da geraten gestandene NaturwissenschaftlerInnen ins Schleudern, wissen keine Antworten mehr und schalten auf argumentativen Autopilot. Parks weist einer ganzen Disziplin "konzeptuelle Besinnungslosigkeit" nach, aber auf höfliche Weise, so Müller.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.03.2021
Rezensent Volkart Wildermuth empfiehlt dieses Buch des britischen Schriftsteller Tim Parks zur Bewusstseinserweiterung. In Gesprächen mit Philosophen, Hirnforschern oder Psychologen versuche der Autor zu ergründen, was das menschliche Bewusstsein eigentlich ausmache, informiert der Kritiker, der hier unter anderem liest, dass Erfahrungen weit mehr als Daten sind oder erkennt, dass die Objekte in unseren Träumen bisher nur lückenhaft untersucht wurden. Anhand von eigenen Empfindungen, Exkursen zu Depression und Meditation und wissenschaftlichen Artikeln kann der Autor dem Kritiker vor Augen führen, wo die Hirnforschung hinterherhinkt.
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