Aus dem Englischen von Barbara Christ. Während der fanatische Kommunist und brillante Agitator Johnny sich den "großen und wichtigen" Dingen des Lebens widmet - neben der Politik ständig wechselnden Liebesverhältnissen -, überlässt er seiner Mutter sowie seiner Ex-Frau Frances die Verantwortung für die beiden Söhne. Und Frances kümmert sich im London der sechziger Jahre nicht nur um den eigenen Nachwuchs. Eine ganze Schar von Jugendlichen findet in ihrem Haus Zuflucht und versammelt sich regelmäßig um den großen Küchentisch. Dieser Tisch ist das Herzstück der bunt zusammengewürfelten Gemeinschaft: Hier wird gegessen, gelacht, über private Probleme und immer wieder über Tagespolitik, Ideologien und gesellschaftliche Utopien gesprochen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.01.2012
Burkhard Müller begrüßt die Werkausgabe zu Doris Lessing, die auf die schwachen und zum Teil doktrinär-feministischen Bücher der Autorin wie "Die Kluft" verzichtet. In dem Roman "Ein süßer Traum" begegnet Müller der Autorin, wie er sie mag: als Weltbürgerin, die aus ihrem wechselvollen Leben "packende, intelligente Literatur" macht. Lessing erzählt hier von drei Frauen verschiedener Generationen, die sich im weißen Rhodesien ebenso selbstbehaupten wie im schwarzen Simbabwe. Sehr schön findet Müller zum Beispiel in Erinnerung gerufen, wie unreif die sechziger Jahre eigentlich waren. Allerdings fällt ihm auch auf, wie hart Lessing über die neue schwarze Upperclass in Simbabwe urteilt.
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