Aus dem Englischen von Manfred Lohmeier. Shimmer Chinodya schreibt über die Entwurzelung der modernen intellektuellen Oberschicht im Simbabwe der Gegenwart, die sich darüber klar wird, dass der Bezug zu den Vorfahren der Familie verloren ging. Dabei geht es nicht nur um persönlichen Verlust, sondern vielmehr auch um den Verlust eines Geschichtsbewusstseins, das eine ideologische Heimat bieten könnte. Erst die Fortführung dieser Tradition im Sinne der Wahrnehmung einer bisher verdrängten Vergangenheit verhindert, dass sich die Gegenwart nicht weiterentwickelt. "Strife", zum Teil geschrieben während eines Stipendiats auf Schloss Wiepersdorf, wurde mit dem "Noma Award for Publishing in Africa" ausgezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2011
Uwe Stolzmann ist verwirrt. Allein der Umstand, dass der neue Roman des aus Simbabwe stammenden Autors Shimmer Chinodya von dessen Herkunft handelt, ein Sitten- und Generationengemälde aus Schwarzafrika darstellt und dabei in Brandenburg entstanden ist, sorgt bei Stolzmann für Erstaunen. Und dann baut der Autor in sein Bild der 80er Jahre in Simbabwe auch noch 150 Jahre zurückreichende Rückblenden ein, zeigt die Zerrissenheit seiner Figuren, einer verfluchten Sippe, zwischen Brauchtum und Moderne und spiegelt darin immer wieder seine eigene Biografie. Abwechselnd beeindruckt und überfordert mit Chinodyas "Maßlosigkeit", der sprachlichen Dichte und den vielen Referenzen auf sein eigenes Werk, zeigt sich Stolzmann.
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