Dorothea Melis (Hg.)

Die Berlinerin

Fotografien und Geschichten
Cover: Die Berlinerin
Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783896023414
Gebunden, 273 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Dorothea Melis. Bereits vor 100 Jahren kamen sie aus Schlesien und Rußland, davor aus Frankreich, später aus Sachsen, Schwaben und aus der Türkei, heute von überall. Viele Berlinerinnen sind in anderen Regionen aufgewachsen und stammen aus verschiedenen Kulturen, hier aber, in Berlin, entwickeln sie ein verbindendes Selbstverständnis und einen ähnlichen Habitus: den der Großstädterin. 13 Fotografen sowie 18 Schriftsteller und Journalisten beschreiben in diesem Buch die Frauen der Metropole und suchen deren Eigenarten auszumachen. Dabei geht es ebenso um prominente Frauen, die als Politikerinnen oder Künstlerinnen, als Schreibende oder Forschende das geistige Klima der Stadt mitbestimmen, wie um die unbekannte Frau mit dem Hund, das Mädchen im Park, die Näherin oder Imbißverkäuferin. Die Sichtweisen der Autoren und Fotografen sind differenziert und bunt und entsprechen darin der Stadt selbst. Mit Beiträgen von Alexander Smoltczyk, Ingo Schulze, Katja Lange-Müller, Monika Maron, Renee Zucker, Barbara Klemm, Nelly Rau-Häring u.a.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2000

Es gebe zwar nicht die typische Berlinerin, meint Angelika Overath, aber es gebe die Berlinerinnen, die alle höchst unterschiedlich seien und doch irgendetwas gemeinsam hätten - was das ist, weiß Overath auch nicht genau, Nuancen meint sie, die man spüren würde, wenn man sich drei Berlinerinnen nebeneinander in einer römischen Pizzeria vorstellen würde. Die Herausgeberin, da ist sich Overath jedenfalls sicher, kann die Ost- von der Westberlinerin unterscheiden - Dorothea Melis war Redakteurin der DDR-Frauenzeitschrift "Sybille". Noch ein Merkmal ist Overath aufgefallen: die Berlinerin an sich hat gerne einen Hund an ihrer Seite. Zu entdecken ist die vielseitige Stadt-Frau, egal ob prominent oder anonym bleibend, in einem Band, der Fotos und Geschichten versammelt: von Schwarzweißbildern bis zur poppigen Farbfotografie, ergänzt von teilweise hinreißenden Geschichten, von denen Overath vor allem die von Jutta Voigt über ihre lebenshungrige Mutter besonders gefallen hat. Und am Ende weiß die Rezensentin dann doch , was die Berlinerin an sich auszeichnet: "ihr Eigensinn", der in diesem Band auf schönste Weise zur Geltung kommt.
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