Aus dem Englischen von Melanie Walz. David Copperfield war Charles Dickens der liebste Roman, es ist auch sein persönlichster. Das Buch hat Generationen von Lesenden in seinen Bann geschlagen, vielen war und ist es prägende Jugendlektüre, große Autorinnen und Autoren - Leo Tolstoi, Virginia Woolf, Vladimir Nabokov, Elias Canetti - verehrten ihn ein Leben lang. Es ist zunächst eine Leidensgeschichte im viktorianischen England. Nach dem Tod des Vaters geboren und nach einer unseligen Neuvermählung der Mutter muss der junge David eine höllenhafte Schulzeit durchleiden, wird bereits als Zehnjähriger zur Arbeit gezwungen und kann sich den unmenschlichen Bedingungen des frühindustriellen Fabrikwesens nur durch Flucht entziehen. Seine Tante Betsey nimmt ihn herzlich auf. Langsam scheint sich das Blatt zu wenden. Wie Dickens wird David selbst Anwaltsgehilfe, Reporter und schließlich erfolgreicher Schriftsteller.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2024
Eine gelungene Neuübersetzung des Charles-Dickens-Klassikers liegt hier vor, freut sich Rezensent Tilman Spreckelsen, der zunächst auf die Handlung eingeht und skizziert, wie die Hauptfigur, vom Schicksal schwer geschlagen, mithilfe der Unterstützung helfender Hände seinen Weg in der Welt zu machen versucht. Spreckelsen hebt das Konstruierte an der Geschichte hervor, mit Blick auf einander entgegengesetzte Figuren, außerdem betont er die zentrale Rolle, die David Copperfields eigene Entschlossenheit bei Dickens spielt sowie die Erzählperspektive: Der Erzähler weiß immer ein bisschen mehr als Dickens selbst. Schön geradlinig und klug im Detail übersetzt Melanie Walz das alles, lobt Spreckelsen, was unter anderem dazu führt, dass die sentimentale Seite des Buches umso deutlicher sichtbar wird. Insgesamt also eine schöne Neuauflage eines Klassikers, schließt die Rezension.
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