Karl und Emilie sind Kinder der Kriegs- und Nachkriegszeit, hineingeboren in das Schweigen einer Familie in der Provinz. Die Schwester kapselt sich bald immer mehr ab, Karl wird zum führenden Agitator der 68er. Einige Jahrzehnte später ist der Kommunismus nur noch eine Alterserscheinung. Und während die meisten sich absetzen in die moderne Zeit, hält Karl an den alten Idealen fest: 2010 stirbt er als letzter Kommunist.
Eberhard Rathgeb erzählt von zwei eigensinnigen Geschwistern, die einander immer weniger verstehen, von einem Mann, der die Welt verändern will und sich doch immer stärker von ihr entfernt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2018
Rezensent Jörg Magenau scheint ratlos angesichts dieses Romans von Eberhard Rathgeb. Dass der Autor nicht weiß, was er tut, schließt Magenau aus. Daher also muss er annehmen, Rathgeb lässt seinen Erzähler mit voller Absicht eine von vornherein erledigte, völlig unsympathische Figur ohne jegliche Entwicklungschance entwerfen. Dieser Karl, der letzte Kommunist, strahlt laut Magenau nichts als Freudlosigkeit aus, bekommt keine Kontur, nicht mal eine Chronologie, ist von Anfang an tot. Der endlos räsonierende Ton dieser "Metaerzählung" schmückt ein Erzählen in der Negation, stellt der Rezensent fest. Erzähler und Figur sind sich sehr ähnlich, meint er, stur, besserwisserisch und beharrlich. Auf gelungene Sätze stößt Magenau in diesem Buch durchaus, doch mehr als ein Gedankenstück wird daraus nicht, findet er.
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