Die deutsche Romantik ist wieder ein Thema - und mit ihr Leben und Schicksal von fünf ebenso gescheiten wie attraktiven Göttinger Töchtern, die ihre Angelegenheiten mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit und Willenskraft in die eigenen Hände genommen haben - gepaart mit einem bemerkenswerten Charme. Dorothea Schlözer zum Beispiel, die als erste Frau in Europa den Titel eines Doktors der Philosophie gewann, ihr Diplom aber nicht in Empfang nehmen konnte, weil Frauen die heiligen Räume der Universität nicht betreten durften. Oder ihre Freundin Therese Heyne, die noch recht jung den Weltumsegler Georg Forster heiratete, ihn aber später zugunsten des Schriftstellers Ludwig-Ferdinand Huber verließ. Nach dessen Tod leitete sie sieben Jahre lang die Redaktion von Cottas "Morgenblatt"; vermutlich war sie nicht nur in Deutschland die erste Frau, die ein journalistisches Amt von solchem Einfluß versah. Oder Caroline Schlegel, geborene Michaelis, der in der entstehenden jungen Romantik eine bedeutende Aufgabe zufiel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2008
Kulturgeschichte unprätentiös, begegnet dem Rezensenten auf den Seiten von Eckart Kleßmanns Buch. Wie der Autor die Biografien bedeutender Frauen im Göttingen des späten 18. Jahrhunderts, von Therese Heyne bis Philippine Gatterer, nachzeichnet und sich miteinander kreuzen lässt, hat Thomas Meissner imponiert. Nicht nur ergibt sich für ihn ein Porträt der Zeit zwischen Aufklärung und Romantik, Meissner erkennt auch die Möglichkeiten dieser Frauen, mit den strengen Konventionen ihrer Zeit zu spielen beziehungsweise sie zu brechen. Dass der Autor sich mit Urteilen zurückhält, schätzt der Rezensent sehr. Schmerzlich vermisst hingegen hat er ein begleitendes Register.
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