Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.10.2001
Ein "kurzweiliger Forschungsüberblick" ist diese Abhandlung über die "Kämpfe um Vergangenheitsdeutungen", die die Geschichtswissenschaft immer wieder prägen, lobt der Rezensent mit dem Kürzel uha.. Er findet, dass dieses Buch eine unterhaltsame und gelungene Einführung ins Thema bietet, auch wenn es vor der "zweifellos schwierigen Frage nach der geschichtlichen 'Wahrheit'" selber zurückschreckt, beschreibt der Rezensent die Stärken und Schwächen dieses Werkes.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.10.2001
Durchaus interessant, "materialreich" und "anregend" findet der Rezensent Peter Reichel diese Studie über die gerade in Deutschland wechselhaften Paradigmen in der Geschichtswissenschaft, in der es um die Frage gehe, wie mit Geschichte Politik gemacht wird. Aber richtig zufrieden ist er mit diesem Werk dennoch nicht. Seiner Ansicht nach definiert der Autor Edgar Wolfrum seinen Forschungsgegenstand nicht präzise genug und so wirkt einiges an dieser Studie auf ihn etwas beliebig: weshalb der Autor beispielsweise die politische Symbolik der Weimarer Republik untersucht, diese Frage in seiner Untersuchung des NS-Staates jedoch ausspart, ist Reichel unverständlich. Auch findet er Wolfrums Abhandlung über die "Gründergeneration der westdeutschen Geschichtswissenschaft" nicht wirklich befriedigend. Sein Gesamteindruck von diesem Buches ist deshalb recht durchwachsen.
Volker Ullrich bescheinigt dem Autor, der sich in seinem Buch mit der politischen Funktion der Geschichtswissenschaft auseinandersetzt, einen "knapp gefassten Überblick" zu bieten, der "durch Prägnanz der Darstellung und den Mut zu entschiedenen Wertungen" besteche. Der Autor untersuche die wechselseitige Beziehung von Mythenbildung und wissenschaftlicher Erkenntnis in der Geschichtswissenschaft seit dem Kaiserreich, die oft dazu geführt habe, dass Geschichte für politische Zwecke missbraucht worden sei. Dass beispielsweise die gesamte deutsche Geschichte seit dem Mittelalter auf die Reichsgründung von 1871 zugelaufen sei, entlarvt der Autor als einen 'deutschen Nationalmythos'. Andere Mythen, wie beispielsweise die Kriegsunschuldlüge und die Dolchstoßlegende seien "willkommene Agitationsmittel" in der Weimarer Republik gewesen, deren Aufklärung die Sozialdemokraten versäumt hätten. Am aufschlussreichsten ist aber laut Ullrich "die Darstellung der geschichtspolitischen Konfrontation im deutsch-deutschen Systemkonflikt nach 1949."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.05.2001
Den Autor nennt der Rezensent einen "ausgewiesenen Kenner" des noch jungen Forschungsfelds Geschichtspolitik und das Buch "einen gelungenen Überblick über die lang eingeübte Tradition ... politische und ideologische Ziele historisch zu legitimieren." Was wir in der Besprechung des Historikers und Journalisten Tillmann Bendikowski darüber hinaus zu lesen bekommen, ist eine Kurzform des Buches und seiner Etappen, von der Reichsgründung 1871 bis zu den verschiedenen Geschichtsbildern und den historisch-politischen Chiffren in Deutschland Ost und West. Mehr nicht und nicht weniger.
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