Aus dem Englischen von Bettina Engels. Edmund Burke ist vor allem als fortschrittsfeindlicher Kritiker der Französischen Revolution und als Vordenker des modernen Konservatismus bekannt. Der vorliegende Band versammelt politische Schriften Burkes, die ein komplexeres und widersprüchlicheres Bild ergeben. Sie zeigen ihn als vernunftkritischen Aufklärer, als Verfechter und zugleich als Kritiker des Britischen Empire, als politischen Reformer, der dennoch die traditionelle Ordnung verteidigt, und als liberalen Ökonomen, der die überkommenen Macht- und Eigentumsverhältnisse bewahren will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2019
Die hier rezensierende Philosophin Sonja Asal begrüßt diesen Band mit politischen Schriften von Edmund Burke, gibt er ihr doch die Gelegenheit, den liberalen Denker hinter der Gründungsfigur des Konservatismus kennenzulernen. Die Auswahl von Texten aus den Jahren 1756 bis 1795, die nun erstmals auf Deutsch vorliegen, erscheint der Kritikerin klug, denn sie ermöglicht ihr einen umfassenden Einblick in Burkes Gedanken zur politischen Repräsentation und zur Konstitution eines "weltumspannenden Empire", das sich für religiöse Toleranz in Irland oder marktliberale Positionen einsetzt. Dass sich die meisten Schriften auf aktuelle Anlässe beziehen, erschwert die Lektüre kaum, meint die Rezensentin, die den Herausgebern Olaf Ansbach und Dirk Jörke informative Einleitungen in Kontext, Rezeption und Forschungsstand verdankt.
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