In den zwanzier und dreißiger Jahren verabschiedeten sich in Italien die avantgardistischen Schriftsteller vom Modernitätskult und verteidigten fortan Traditionalismus, Ordnung und Hierarchie. Vor dem Hintergrund dieser scheinbar paradoxen Entwicklung analysiert Patricia Chiantera-Stutte die Entstehung der radikalen futuristischen Strömung in Italien sowie ihre politische und intellektuelle Bedeutung für die faschistische Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2003
Dass sich der Futurismus nicht in der Person Marinettis erschöpft, sondern in sehr unterschiedlichen, "heterodoxen" Strömungen verlief, belegt diese "an Bourdieu geschulte" Studie, meint der mit "bre" kürzende Rezensent. Patricia Chiantera-Stutte habe diese verschiedenen Strömungen identifiziert und beleuchtet: die von Carli und Settimelli vertretene "autoritär-traditionalistische Variante", die "völkisch-populistische Richtung" eines Malaparte und den "Superfaschismus" eines Julius Evolas. Und wenn auch Chiantera-Stuttes Kategorien nicht immer genau "auflösen" könnten, was mit "Antimodernismus" gemeint sei, so sei ihre Studie doch eine "kenntnisreiche und lesenwerte Untersuchung". Vor allem deswegen, weil sie Licht werfe auf die noch wenig erforschten "intellektuellen Häresien unter dem italienischen Faschismus".
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