Aus dem Englischen von Matthias Müller. Wer spricht beispielsweise heute noch vom Fuchsprellen, das im 17. Jahrhundert äußerst beliebt war? Damals schleuderten Damen und Herren der feinen Gesellschaft mithilfe von Netzen und Tüchern Füchse und anderes Waldgetier in möglichst große Höhen. Und wer kennt heutzutage noch das Feuerwerksboxen, bei dem Ende des 19. Jahrhunderts Männer in speziell angefertigte Asbestanzüge gesteckt wurden, an denen pyrotechnische Utensilien befestigt waren. Oder das Zentrifugalkegeln, das etwa zur gleichen Zeit eine patente Lösung präsentierte, um die Freuden des Bowling in jedes Heim zu bringen, allerdings auf Kosten der Zielgenauigkeit und damit der strukturellen Unversehrtheit von Wohnzimmerwänden … Unzählige Sportarten sind (aus gutem Grund) der Zeit zum Opfer gefallen, und doch geben sie Aufschluss darüber, mit welch überbordender Fantasie und tollkühnem Mut die Menschen einst ihre Freizeit gestaltet haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2016
Bemerkenswert blutrünstig findet Rezensent Michael Reinsch Edward Brooke-Hitchings Auswahl von vergessenen Sportarten. Jäger, Spieler und Trinker kommen drin vor, hauen sich jedoch nicht nur biergetränkte Lappen um die Ohren, wie Reinsch warnt. Sinnlose Brutalität scheint es dem Autor besonders angetan zu haben, meint er. Oder ist das gerade der Grund, warum Goldfisch-Wettschlucken, Oktopus-Ringen und die Sauf-Spiele der Wikinger keine olympische Disziplin wurden? Der Autor jedenfalls empört sich nicht, stellt Reinsch fest, sondern lotet mit Spott und Humor die Abgründe der menschlichen Unterhaltung aus, die Vorläufer von Jackass und Co.
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