Aus dem Tschechischen von Markus Sedlaczek. Mit einem Nachwort von Jiri Holy. "Dieser Roman ist das hochinteressante Beispiel einer mit einem rein politischen Motiv verknüpften metaphysischen Erzählung. Ich kenne keine Schilderung der europäischen Dämmerung der dreißiger Jahre, keine Beschreibung des Hexensabbats, der mit dem Zweiten Weltkrieg sein Ende nahm, die so suggestiv ist«, urteilte Graham Greene über Egon Hostovskýs bestes Buch, das 1942 in New York zuerst veröffentlicht wurde. Es erscheint erstmals in deutscher Übersetzung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2005
Zur Entstehungszeit dieses Roman des Tschechen Hostovský sei die Literaturkritik nicht in der Lage gewesen, die Hellsichtigkeit dieses Werks zu würdigen, in dem der jüdische, vor den Nazis und später Kommunisten immer weiter fliehende Intellektuelle sein eigenes Leben literarisch verarbeitet habe, meint Ulrich M. Schmid. Früher als die meisten anderen habe Hostovský den Mechanismus erkannt und beschrieben, der die Intellektuellen so empfänglich für die Nazis und ihre Selbstinszenierung gemacht habe: die Kompensation der eigenen Orientierungslosigkeit mittels einer überhöhten Aufgeschlossenheit für "sinnliche Eindrücke", selbst wenn diese von jeder Ethik gelöst inszeniert und gelebt wurden. Derartige Erkenntnisse seien ansonsten erst viel später in den Werken von Pasolini oder Sontag zu finden, begründet Schmid seine Fasziniertheit.
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