Aus dem Indonesischen von Sabine Müller. Einundzwanzig Jahre nach ihrem Tod erhebt sich Dewi Ayu aus ihrem Grab. Die einstmals beliebteste Prostituierte Halimundas findet, es sei an der Zeit, ihre jüngste Tochter kennenzulernen. Wieder in der Welt der Lebenden muss sie feststellen, dass ihre Töchter grausame Schicksale erdulden müssen. Alle, bis auf die jüngste - denn die ist mit unsagbarer Hässlichkeit gesegnet. Dewi Ayu begibt sich auf die Suche nach der Ursache für den Fluch, der auf ihrer Familie lastet. Eine Suche, die im zweiten Weltkrieg beginnt, über einen despotischen Herrscher führt und dem Aufstreben einer jungen Nation beiwohnt. Zwischen fliegenden Frauen, rachsüchtigen Geistern und besessenen Totengräbern spinnt sich ein Netz der Wahrheit, das die Geschichte einer Familie und eines ganzen Landes einfängt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2018
Rezensent Marco Stahlhut kann den Wirbel, der derzeit um den indonesischen Autor Eka Kurniawan und seinen bereits 2002 in Indonesien veröffentlichten Erstling gemacht wird, nicht nachvollziehen. Ein paar starke weibliche Figuren, ein bisschen authentische indonesische Geschichte, jede Menge - nein eigentlich viel zu viel überzogener, teils taktloser Humor und darüber der so auffällig farbenfrohe Märchenfilm - das sind für ihn keine ausreichenden Qualitätsmerkmale. Zwar bringt der Autor gute Voraussetzungen mit, so Stahlhut, vor allem einen erstaunlichen auch stilistischen Einfallsreichtum, doch handwerkliches Können kann den Kritiker nicht mit der fehlenden Tiefe versöhnen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2018
Eka Kurniawan scheut sich nicht, seinen Lesern all die Grausamkeiten, all die Bluttaten aufzutischen, die seine Heimat in den letzten 100 Jahren überzogen haben und das ganz ohne das erwartete Pathos, sondern gewürzt mit bizarrer Komik, staunt Rezensentin Katharina Borchardt. Erzählt wird die Geschichte Indonesiens im 20. Jahrhundert im Spiegel einer einzelnen Familie, die vom Unglück nicht nur verfolgt scheint, sondern es tatsächlich ist, lesen wir. Jenen Fluch, der über Dewi Ayus Verwandten liegt, versucht sie, aus dem Grabe auferstanden, als Untote zu brechen. Diese absurde Rahmen-Geister-Geschichte will jedoch nicht ganz zum Rest des Buches passen, das am Ende leider an Stichhaltigkeit und "Stringenz" verliert und den Leser, wenn nicht erschlagen, so zumindest ermüdet entlässt. Trotzdem erwartet Borchardt das nächste Buch dieses "sprachbegabten Autors" mit Spannung.
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