Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Karen Gerwig. Sklavin, Fluchtkünstlerin, Mörderin, Terroristin, Spionin, Geliebte, Mutter, Hochstaplerin - wer ist diese Frau, die sich durch ein ganzes Jahrhundert mogelt?Dass die Bewohner des Pflegeheims Golden Sunset Geschichten erfinden, ist nicht ungewöhnlich, doch was die geheimnisvolle Frau Mook über ihr Leben erzählt, kann kaum wahr sein: Geschichten von Gefangenschaft, Freundschaft, Mord und Spionage, die von Nordkorea über Südkorea bis nach Indonesien und China führen - Geschichten so bunt und vielfältig, dass unmöglich alle in das Leben einer einzigen Frau passen können. Oder etwa doch?Im Spiegel eines Menschenlebens erzählt Mirinae Lee ein asiatisches Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.01.2026
Rezensentin Andrea Pollmeier liest mit "Die acht Leben der Frau Mook" eine "Art Nachruf", in dem Fakt und Fiktion in mehrerlei Hinsicht ineinander fließen und dabei Wahrhaftigkeit produzieren. Inspiriert von der Biografie ihrer eigenen Großtante lässt Mirinae Lee hier ihre "Nachruf-Erzählerin" zwischen den Zeiten springen und verschiedene Perspektiven einnehmen, um die bewegende Geschichte der Frau Mook zu erzählen, eine Geschichte, die eigentlich aus acht Geschichten besteht, acht Leben: Geboren in Korea Anfang des 20. Jahrhunderts erlebt Frau Mook sowohl die japanische Besatzung, als auch den Korea-Krieg und den Kalten Krieg mit, die Umstände zwingen sie, mehrfach ihren Namen zu ändern und ihr Geschlecht, sie zwingen sie, zu fliehen, zu lügen, zu spionieren und zu stehlen, sie wird Sklavin, Hochstaplerin, Mutter und Mörderin, lesen wir. Lee erzählt von dieser "komplexen Realität" mit eindrücklicher Präzision und Klarheit, in einem dramaturgisch klugen Arrangement. So gibt sie Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, ein Stück koreanischer Geschichte nachzuerleben, lobt die beeindruckte Rezensentin.