"Er ist", notiert Elias Canetti 1947, "der Einzige, der mir wirklich nahe geht". Und schreibt später, nur kurz vor seinem Tod: "Ich habe ihn geliebt". Die Rede ist von Franz Kafka. Die hier zusammengeführten Schriften - bereits publizierte sowie erstmals zugänglich gemachte Materialien aus dem Nachlass - erlauben es, Canettis Äußerungen zu Kafka in den Prozess seiner Selbstvergewisserung als Schriftsteller einzuordnen. Die an Kafka verhandelten Kernthemen erweisen sich immer wieder als seine ureigensten. Erstmals zeigt und deutet dieses Buch die Bindung Canettis an diese Zentralgestalt der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2019
Rezensent Alexander Kosenina staunt über Elias Canettis Bewunderung für Kafka und nennt sie alles andere als bescheiden, spiegele sich der Autor doch fast besessen in seinem Vorbild. Beim Lesen der aus Canettis Nachlass herausgegebenen Aufzeichnungen aus den Jahren 1946 bis 1994 vermag Kosenina nicht immer zu entscheiden, wer mit "er" gemeint ist, Kafka oder Canetti. Bemerkenswert aber erscheinen dem Rezensenten Canettis präzise Charakterisierungen von Joyce, Proust und eben Kafka (im Essay von 1948). Und wie Canetti den umfangreichen Briefwechsel zwischen Kafka und Felice Bauer analysiert und Kafkas Texte waghalsig anhand des Liebesverhältnisses zu deuten versucht, findet Kosenina unerhört - lesenswert.
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