Elias Canetti

Über die Dichter

Cover: Über die Dichter
Carl Hanser Verlag, München 2004
ISBN 9783446204706
Gebunden, 135 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Ausgewählt von Penka Angelova und Peter von Matt. Mit einem Nachwort von Peter von Matt. Elias Canetti hat sein Leben lang in seinen Aufzeichnungen spontane Äußerungen über seine Kollegen, die Dichter, niedergelegt. Über Aristophanes, Sophokles, Dante und Cervantes, über Flaubert und Dickens, Kafka und Robert Walser: die persönliche Literaturgeschichte des Elias Canetti.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2005

Canetti lesen - ja! Wie der "czz" zeichnende Rezensent findet, bezeugt dieser Band, in dem Canettis diverse "Apercus und Aphorismen" sowie längere Aufsätze zum Thema Dichter versammelt sind, aufs Neue die geistige Schärfe Canettis. So seien etwa seine Anmerkungen zu Kafka "unverzichtbar", und sein Essay über Karl Kraus gehöre zum "Schlagendsten und Provokativsten, was über den Herausgeber der 'Fackel' je gedruckt worden ist". Und immer, so der sichtlich angetane Rezensent, haben Canettis Überlegungen etwas "unparfümiert Rücksichtsloses und bockig Subjektives" an sich. Die vom Hanser Verlag verfolgte "Verwertungslinie 'light'", in die sich der vorliegende Band einreiht, will dem Rezensenten jedoch nicht so recht munden. Was dabei herauskomme, seien nicht anderes als flickenteppichartige, dafür um so handlichere "Breviere". Und so erscheint ihm die Dreingabe von Peter von Matts hellsichtigem Nachwort fast ein wenig verlogen, denn "wo die verlegerische Tat darin besteht, sieben auf einer Seite abgedruckte Zitate aus bis zu sieben verschiedenen Quellen-Zusammenhängen zu reißen, gehen Buch und Anspruch getrennte Wege".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2004

Nach dem Band, der Äußerungen Elias Canettis über den Tod zusammengestellt hat, erscheint jetzt ein Buch, dass verstreute Betrachtungen "Über die Dichter" versammelt, berichtet Burkhard Müller. Er beeilt sich zu betonen, dass es sich hier nicht um ein "geschmäcklerisches Brevier" handele, sondern um ein "Konglomerat sekundärer Fragmente", das durchaus sein "Recht" beanspruchen könne. Das Nachwort von Peter von Matt allerdings, dem der Rezensent einen "entschuldigenden" Ton wie für ein "begabtes, aber heftiges Kind" abgehorcht hat, findet er unnötig. Denn was Canetti über die "Dichter" geschrieben hat, hat durchaus Bestand, so Müller angetan. Die Bemerkung über Flaubert beispielsweise, den der Autor mit einem "stöhnenden Flusspferd" vergleicht, findet der Rezensent äußerst "treffend". Dabei sei es gerade die "extreme Kürzung" von Canettis Betrachtungen, wie der vorliegende Band sie biete, die diese überhaupt erst "erträglich" werden lassen, meint Müller abschließend, und das will er offenbar als Lob verstanden wissen.
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