Eliot Weinberger

Engel und Heilige

Cover: Engel und Heilige
Berenberg Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783949203688
Gebunden, 168 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Wie viele Engel gibt es ? Mehr als Sterne am Himmel, als Sand am Meer, so heißt es. Andere habennachgerechnet: genau 301.655.722 - oder doch 399.920.004 ? Wie viele es auch sein mögen: Wir sind von Engeln durchdrungen und umzingelt. Was aber wissen wir über diese himmlischen Wesen? Woher kommen sie, woraus sind sie gemacht, wie kommunizieren sie miteinander, können sie hören, riechen, schmecken, fühlen? Die Antworten kennt Eliot Weinberger. In diesen  eleganten Essays kondensiert er theologische Schriften aus vielen Jahrhunderten zu einer poetischen Vermessung der himmlischen Heerscharen, um uns anschließend vom Leben ihrer irdischen Gegenstücke zu berichten: den Heiligen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.01.2024

An eigene Engel-Erfahrungen in ihrer katholischen Dorfjugend fühlt sich Rezensentin Susanne Mayer bei der Lektüre Weinbergers erinnert. Wie dort, so sind Engel, lernt sie von Weinberger, auch in den Schriften zahlreicher historischer Denker allgegenwärtig, von Augustinus bis Luther. Weinberger montiert in seinem hochkomischen Buch, führt Mayer aus, allerlei Absonderlichkeiten aus der Welt der Engel zu einer Collage der flirrenden Absurdität. Denn, lernen wir, schon die Frage, wie viele Engel es denn gibt, ist kompliziert, und wenn man sich erst einmal ins Thema einliest, kann man unter anderem auch etwas über die Vorhaut Gottes lernen. Ein schönes Buch, findet Mayer, und es erscheint zur rechten Zeit, da es uns angesichts der Diskussionen um, zum Beispiel, den radikalen Islam an die Sonderbarkeiten auch der christlichen Tradition erinnert. Hervorragend übersetzt ist es außerdem, von Beatrice Faßbender, lobt die Rezensentin, die höchstens die eine oder andere schöne Engelsabbildung vermisst.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 28.12.2023

Amüsiert und angeregt liest Rezensent Tobias Lehmkuhl Eliot Weinbergers Buch über Engel. Oder eher, führt Lehmkuhl aus, über die Bilder, die Menschen sich über die Jahrhunderte von Engeln gemacht haben. Schon wie viele Engel es gibt, ist, lernt der Rezensent von Weinberger, umstritten - es sind wohl viele Millionen - und auch darüber, wie klug sie sind, gehen die Meinungen auseinander. Mechthild von Magdeburg etwa hielt die Gemüter der Engel zum Beispiel für eher schlicht, und auch sonst enthält das collagenartige Buch laut Lehmkuhl einige Passagen, die auf Uneinigkeit und Ratlosigkeit der historischen Engelsexperten verweisen, und eine Liste von Heiligen, die mit kurzen, höchst unterhaltsamen Kommentaren beschrieben werden: Ein himmlisches Lesevergnügen, versichert der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.12.2023

Nicht in lexikon- oder psychoanalysegerechter Auslegung lassen sich Engel und Heilige hier kennenlernen, sondern als "Chiffre des Poetischen", hält Rezensent Hubert Winkels zum neuen Band des Denkers Elliot Weinberger fest. Er rekapituliert, wie Weinberger in anregend-assoziativer Weise Wissen und Gedanken zu Engeln und Heiligen zusammenbringt und damit ein vielschichtiges Panorama erzeugt, das auch eine Liste von Heiligenviten enthält, die auf ihn "wie für eine Bewerbung im himmlischen Personalrat" wirkt. Die satanische Seite der Engel vermisst der Kritiker hier etwas, nichtsdestotrotz freut er sich über diese poetische Einladung zum Nachdenken über das Religiös-Erhabene, die eine Menge eigene Denkleistung erfordert.

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