Mit einem Geleitwort von Carl Friedrich von Weizsäcker.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2002
Rezensent Mark Walker, der selbst zum deutschen Kernwaffenprogramm geforscht hat (was in der FAZ nicht erwähnt wird), hat an diesem Buch einiges auszusetzen. Elisabeth Kraus geht seiner Ansicht nach mit den drei Physikern Otto Hahn, Werner Heisenberg und Carl Friedrich von Weizsäcker sehr unkritisch um. So setze sie einfach voraus, dass die drei Physiker die Nazis nicht ausreichend über das militärische Potenzial ihrer Uranforschung informiert hätten - nach Walker gibt es keinerlei Quellen, die diese Behauptungen rechtfertigten, im Gegenteil zitiert er einen Brief Otto Hahns aus dem Jahre 1940 an seine Dienstherren, wo die militärischen Möglichkeiten des neuen Stoffs gerade benannt werden. Auch in den drei großen Kapiteln, die sie den Forschern jeweils widmet, bleibe Kraus an der Oberfläche. Statt sie als widersprüchliche Akteure gelten zu lassen, die nach dem Krieg aus ihren Fehlern in der Nazizeit gelernt hätten, trage sie nur ein positives Vorurteil weiter, an dem den Physikern selbst gelegen sei - nämlich dass ihr Engagement gegen die Atombombe in den fünfziger Jahren auf einer kritischen Haltung beruht habe, die sie bereits in den dreißiger Jahren verfochten hätten. Nichts weist nach Walker darauf hin.
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