Die fünfzehnjährige Paula liebt ihren Vater über alles. Sie teilt seine Ansichten, verehrt Hitler und ist begeistert beim BDM. Doch nach und nach entdeckt sie, dass ihr Vater maßgeblich an der Deportation von Juden beteiligt ist. Und ihr Weltbild gerät ins Wanken. Hautnah erlebt der Leser Paulas anfängliche Begeisterung und die schmerzliche Loslösung vom nationalsozialistischen Gedankengut. Nach dem großen Erfolg von Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens greift Elisabeth Zöller erneut ein wichtiges Thema des Nationalsozialismus auf: Wie konnte jemand ein liebevoller Familienvater sein und gleichzeitig mit einem Befehl unendlich viele Menschen in den Tod schicken? Und wie sollen seine Kinder damit umgehen?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2012
Elisabeth Zöllers Mädchenroman über die 15-jährige Paula, die vom begeisterten BDM-Mitglied zur Zweiflerin am NS-Regime und am eigenen Vater wird, hat Roswitha Budeus-Budde durch Glaubwürdigkeit und Genauigkeit überzeugt. Die Fakten werden den meisten Lesern bekannt sein, meint die Rezensentin, die aber selten so nachvollziehbar ein Mädchenleben geschildert gefunden hat. So erkläre die Autorin auch im Nachwort, dass sie die Geschichte Paulas in Gesprächen mit einer alten Dame gefunden hat. Weil Zöller von den Gefühlen des Mädchens ausgeht, kann man ein ganz normales Leben in den 1940er Jahren nachvollziehen, in dem zunehmend die "Brüche" der Zeit in den Vordergrund drängen, lobt Budeus-Budde.
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