Markus Zusak

Die Bücherdiebin

(Ab 14 Jahre)
Cover: Die Bücherdiebin
cbj Verlag, München 2008
ISBN 9783570132746
Gebunden, 585 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

1939, Nazideutschland. Der Tod hat viel zu tun und eine Schwäche für Liesel Meminger. Am Grab ihres kleinen Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch. Mit dem "Handbuch für Totengräber" lernt sie lesen und stiehlt fortan Bücher, überall, wo sie zu finden sind aus dem Schnee, den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten ist geweckt, die sie auch nicht verlässt, als die Welt um sie herum in Schutt und Asche versinkt. Liesel sieht die Juden nach Dachau ziehen, sie erlebt die Bombennächte über München - und sie überlebt, weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.05.2008

Als ebenso mutige wie aufregende Variante von NS-Literatur feiert Rezensentin Hilde Elisabeth Menzel diesen Jugendroman des jungen Australiers Markus Zusak, der zu ihrem großen Erstaunen trotz seines Gegenstands und seiner jugendlichen Zielgruppe ein internationaler Bestseller ist. Der Erfolg hängt, wie sie vermutet, mit dem ungewöhnlichen Erzähler und Protagonisten des Buchs zusammen: dem Tod nämlich, dessen Ton die Rezensentin als "ironisch, ja gelegentlich sarkastisch" beschreibt, weshalb Distanz zum ungeheuerlichen Geschehen entstehe und man als Leser selbst das Pathos des Buchs nie unangenehm finde. Im Zentrum steht, wie die Rezensentin schreibt, das Mädchen Liesel, deren Familienangehörige einer nach dem anderen sterben. Für jeden Toten stiehlt sie ein Buch. Aber auch die Freundschaft des Mädchens zu einem Mann, der in einem Kellerversteck ausharren muss, weil er als Jude verfolgt wird, gehören für die Rezensentin zu den Highlights des Buchs, das sie durch eine etwas andere Perspektive auf bekannte und schreckliche Gegebenheiten, insbesondere den Holocaust besticht. Interessant auch ihre Information, dass der Roman in Deutschland einmal als Jugendroman und dann als Roman für Erwachsene auf den Markt gekommen ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.04.2008

Sieglinde Geisel stellt zwei Jugendbücher vor, die sich mit den moralischen Abgründen des Lebens in der Nazizeit beschäftigen. Der Jugendroman "Die Bücherdiebin" des australischen Autors Markus Zusak, der darin die Erinnerungen seiner in Nazideutschland aufgewachsenen Eltern aufgreift, hat sie gefesselt, denn er greift "existentielle Fragen" nach Schuld und Mitmenschlichkeit auf, teilt die Rezensentin eingenommen mit. Der Einfall des Autors, den Tod als Ich-Erzähler auftreten zu lassen und mitunter reichlich schnoddrig von seinen Betätigungsfeldern beispielsweise in Stalingrad zu berichten, findet Geisel dagegen reichlich geschmacklos und manchmal scheint ihr auch der Plot um Liesel, deren Pflegeeltern während der Nazizeit den Juden Max verstecken, ein bisschen zu konstruiert. Das hält sie aber nicht davon ab, sich dem Sog, die der Autor besonders durch die lebendige Schilderung seiner widersprüchlichen Figuren erreicht, gespannt hinzugeben.

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