Abschied vom Paradies. Sommer 1961. Karin spürt die Wärme bis in ihre Zehenspitzen. Tagsüber baden in der Elbe, abends fernsehen mit dem neuen Fernsehgerät. Das muss das Paradies sein! Doch als ihre Freundin ihr ein Buch über jüdische Kinder im Nationalsozialismus leiht, wird sie nachdenklich. Haben ihre Eltern davon wirklich nichts gewusst, genauso wie alle anderen Erwachsenen in ihrer Umgebung? Karins Welt wird brüchig und endet abrupt, als ein halbes Jahr später die Deiche brechen und die Siedlung, in der sie lebt, überflutet wird. Die Flutkatastrophe vom Februar 1962 zerstört ihr Paradies. Doch für sie beginnt ein neues Leben erst recht, als sie feststellt, dass ihre Eltern während des Krieges nicht so unschuldig waren, wie sie behaupten. Ein Adoleszenzroman über Jugend Anfang der 1960er Jahre, über Verdrängung, Aufbruch und Befreiung vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe in Hamburg 1962.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2010
Das hat Wucht, keine Frage. Nur erscheinen Rezensent Friedtjof Küchemann die im Kinderbuch von Kirsten Boie verhandelten Traumata verschiedener Generationen - Weltkrieg, Verteibung, Verlust und die Hamburger Flutkatastrophe von 1962 - derart fein und unaufdringlich erzählt, dass das alles fast so nebenher läuft. Im Zentrum dieses "kunstvoll kolorierten" Zeitpanoramas steht für Küchemann hingegen das Mädchen Karin und wie es Kindheit und Eltern hinter sich lässt, indem es der eigenen Grenzen gewahr wird und sie überschreitet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2010
Gut gemeint, aber nicht gut gelungen findet Cathrin Kahlweit den neuen Jugendroman von Kirsten Boie, den die Rezensentin in einer kurzen Notiz bespricht. Der Plot der Geschichte, die zur Zeit der Sturmflut 1961 in Hamburg spielt, sei zu überfrachtet, viel zu viele Themen erschlagen den Leser, so Kahlweit, die auch den "staubigen Duktus" der Autorin moniert. So muss sich die pubertierende Hauptfigur Karin nicht vor der Sturmflut retten und sich gegen ihre spießigen Eltern durchsetzen, sondern sich auch noch mit deren Nazi-Vergangenheit auseinandersetzen, wie Kahlweit gelesen hat.
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