Aus dem Englischen von Britt Somann-Jung. Im Jahr 2000 lernt Elizabeth Rayya kennen. Erst sind sie Freundinnen, dann Seelenverwandte. Die beiden werden ein Paar, leben ihre einzigartige Liebe. Aber sie sind auch zwei Süchtige auf Kollisionskurs in Richtung Katastrophe - und müssen nach einer verheerenden Diagnose den gemeinsamen Weg des Abschieds gehen.
Lesenswert ist dieses Buch, so Rezensentin Eva Biringer, und es wird vermutlich zum Bestseller. Elizabeth Gilbert widmet sich darin dem Thema Sucht, die Autorin schließt dabei an eigene Erfahrungen an, so Biringer. Konkret geht es um die Drogensucht der Partnerin der Autorin, aber auch um die Liebes- und Sexsucht Gilberts, beides zusammen ergibt eine Co-Abhängigkeit, lernen wir. Es geht im Buch um verschiedene Formen von Süchten und deren Verteilung auf die beiden Geschlechter, Männer werden eher von Substanzen oder Objekten abhängig, Frauen eher von Verhaltensweisen wie Einkaufen oder Essen - Sexsucht freilich ist ingesamt eher männlich konnotiert. Es leuchtet Biringer ein, wenn sie bei Gilbert liest, dass Frauen ihre Süchte eher verstecken als Männer, schließlich wird ihnen früh eingebläut, stets eine integre Fassade zu wahren. Dass Gilbert das Zwölf-Schritte-Programm nach dem Vorbilder der Anonymen Alkoholiker als Weg aus der Sucht anpreist, anstatt auf Therapie zu setzen, gefällt der Rezensentin nicht gar so gut. Gern gelesen hat sie das Buch dennoch, insbesondere als einen Blick auf Sucht aus weiblicher Perspektive.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.09.2025
Mit "Eat, Pray, Love", der Geschichte ihrer Selbstfindung nach einer Scheidung, hatte Elizabeth Gilbert einen großen Erfolg, erinnert Rezensentin Sara Peschke. Ihr neuer, wieder autobiografisch gefärbter Roman kann damit aber laut Kritikerin nicht mithalten. Ziemlich chaotisch findet sie die Geschichte um Gilbert und ihre Friseuse Rayya Ellis, in die sie sich verliebt, die aber eine Krebsdiagnose erhält, in ihrer Drogensucht rückfällig wird und schließlich stirbt. Die Geschichte an sich liest sich durchaus interessant und gefühlsintensiv, räumt die Kritikerin ein, aber es wird nicht ganz klar, ob und wenn ja mit wem man sich als Leserin eigentlich identifizieren soll, auch sprachlich schwankt der Text ziemlich zwischen Selbstgespräch, Therapiejargon und humorvoller Analyse. Das hat, so chaotisch es ist, aber auch etwas Reizvolles, schließt Peschke.
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