Elizabeth Taylor

Versteckspiel

Roman
Cover: Versteckspiel
Dörlemann Verlag, Zürich 2013
ISBN 9783908777847
Gebunden, 384 Seiten, 23,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell. Beim sommerlichen Versteckspiel verliebt sich Harriet in Vesey. Als er zum Studium nach Oxford geht, wartet sie sehnsüchtig auf seinen Brief, der nie eintrifft. Jahre vergehen, in denen Harriet ihre Wünsche und Träume unterdrückt. Durch ihren Ehemann erfährt sie Ansehen, eine Tochter macht ihr Glück scheinbar perfekt. Doch dann taucht Vesey wieder auf. Harriet ist reifer geworden, es ist zu spät, und dennoch liebt sie ihn noch immer ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.05.2014

Arno Widmann ist gerührt von dieser Geschichte einer zaghaften Kinderliebe, deren Protagonisten die Autorin bis ins Erwachsenenalter verfolgt. Großartig findet Widmann, wie Elisabeth Taylor mit wenig Aufwand ein sehr genaues und trauriges Bild entwirft, witzig auch, so wie es kaum jemand vermag, wie Widmann schreibt. Darüber hinaus begeistert ihn die Aktualität des von Taylor bereits 1951 Verhandelten: Es geht um die Suffragetten, ihre Ziele, ihren Kampf und darüber, wie all das in unserer Gegenwart zur Abnormität werden konnte, deren Modernität und Wichtigkeit wir unter Unständen nicht mehr erkennen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2013

Als gelungene Fusion aus Welthaltigkeit und Eleganz bezeichnet Angela Schader diesen 1951 erstmals erschienenen Roman von Elizabeth Taylor. Dass die Autorin ihre diskret von autobiografischen Erfahrungen durchsetzte Geschichte zwischen "Madame Bovary" und Austens "Persuasion" ansiedelt, ist für Schader nicht das eigentliche Große an diesem Buch. Sie überzeugt Taylors exakte Milieubeobachtung, ihre differenzierte Figurenzeichnung und ihre ironische Pointierung bei der Sezierung von Gesellschaftsordnungen und der von ihnen hervorgebrachten Handlungsweisen. Die Handlung der Dreiecksgeschichte möchte Schader dabei nicht vorwegnehmen. Stattdessen lobt sie Taylors gekonnte Darstellung weiblicher Lebensentwürfe über drei Generationen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2013

So richtig vermag uns Tobias Döring die Wichtigkeit dieser Neuauflage des bereits 1951 erschienenen fünften Romans der Nachkriegs-Jane-Austen Elisabeth Taylor nicht zu verdeutlichen. Eine genialisch dekadente, doch unerfüllte Teenager-Liebe und ein späteres Wiedersehen, das auch keine spektakulären Folgen hat. Döring versichert, gerade der Blick der Autorin fürs Nebensächliche, Ungeschichtliche, fürs Absurde der Konvention sei bestechend. Der Aufruf auch von Bovary und Co. und die "nuancierte" Übersetzung. Oder ist es doch die "ansprechende" Aufmachung der Ausgabe?
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