Aus dem Englischen von Michael Walter. Der Dampfer Archimedes ist ein Frachtschiff in allerbestem Zustand, als er den Hafen von Norfolk, Virginia, verlässt, um an einem wunderschönen sonnigen Herbsttag durch den Panamakanal nach China zu fahren. Seine Ladung besteht aus Tabak und Altpapier. Doch kaum erreicht es die karibischen Inseln, gerät das Schiff durch einen unerhörten Sturm in schwerste Bedrängnis. Während vier Tagen kämpfen Captain Edwardes und seine Mannschaft, vom Ersten Offizier über den Leitenden Ingenieur bis zum chinesischen Maat um die Archimedes - und um ihr Leben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.04.2013
Nicht nur der Autor ist in der nautischen Sprache bewandert, auch der Übersetzer, stellt Jürgen Brocan verblüfft fest. Die Neuübersetzung dieses klassischen Seefahrerromans von Richard Hughes besticht laut Borcan durch ihre nüchterne Präzision. Die genaue Schilderung der Abläufe, aber auch die raffinierte Darstellung des Innenlebens der den Elementen aufs Äußerste ausgesetzten Personen im Buch lassen den Rezensenten den alten Topos vom Kampf Mensch gegen Natur in selten gelesener spannender und wuchtiger Version erleben, spannender als etwa Conrads "Taifun", wie Brocan erklärt. Dass dem Text ein wahres Ereignis, die mehrtägige Seenot des Dampfers "Phemius" im Jahr 1932 zugrundeliegt, steigert den "Schockeffekt des Realen" in diesem Buch für Brocan noch weiter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2012
Rezensent Christopher Schmidt feiert Richard Hughes als einen "Autor von Weltrang". Sein 1938 erschienener Roman "In Bedrängnis" sei nur oberflächlich ein Abenteuer- und Seefahrerroman, dessen Genre-Anforderungen er laut Rezensent gewissermaßen nur formal erfülle. Eigentlich gehe es Hughes nämlich um Mechanik - die Mechanik eines modernen Dampfschiffs, das den Naturgewalten ausgesetzt ist, und die Mechanik der Seelen, die versuchen, ihrem Schicksal zu entgehen. So werde aus dem Buch, das immer noch im Kontext der Weltwirtschaftskrise geschrieben sei, eine Studie über den modernen Menschen in der Krise und zugleich womöglich auch eine Momentaufnahme des untergehenden, in der Klassengesellschaft des Schiffs gespiegelten britischen Empires. Schmidt regt an, auch Hughes in Deutschland längst vergessenen Roman "Ein Sturmwind auf Jamaika" wieder aufzulegen.
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