Österreich diente zwischen 1933 und 1938 als Refugium für deutsche Emigranten. Die katholische und konservative Emigration fand im "Ständestaat" eine kongeniale Operationsbasis vor. Reich und Stände dienten als programmatische Integrationsklammern für die kurzzeitige Zusammenarbeit von katholisch-konservativen und konservativ-revolutionären Emigranten. Weil sich die Ideen zum Teil mit österreichischen konservativen Denkmustern vermengten, gelang es mehreren politischen Emigranten, in der publizistischen Landschaft des "Ständestaates" eine bedeutsame Rolle zu spielen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2007
Konservative und katholische Emigranten aus dem Dritten Reich wählten bevorzugt das konservative Österreich als Ort ihres Exils. Viele von ihnen suchten dabei die Nähe zur Politik, ja, strebten sogar nach Einfluss auf die Entwicklung des politischen Systems. Die Vorstellungen reichten dabei von einer Wiederherstellung des Heiligen Römischen Reichs bis zur Wiedereinsetzung des Habsburgischen Herrschergeschlechts. Freilich war die Gruppe der Emigranten nicht einheitlich. Manche der einstigen NSDAP-Renegaten suchten beim sich abzeichnenden Erfolg Hitlers die Versöhnung mit dem Nazi-Regime. Der Rezensent Franz-Josef Kos beschränkt sich weitgehend aufs Referat, stellt am Ende aber fest, dass die Autorin mit diesem Band eine "wichtige Lücke in der Forschung" schließt.
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