Meist unsichtbar für den touristischen Blick der Fremden wie für den alltäglichen der Einheimischen, durchzieht ein dichtes Netz russischer Spuren die Schweiz. Grosse Schriftsteller haben hier gelebt und geschrieben, schöne Terroristinnen haben vermeintliche und echte Potentaten erschossen, kriegerische Kosaken die französische Armee bekämpft, hungernde Revolutionäre um Geld und Ideologien gestritten oder Banken überfallen, während der gekrönte Tourist untertänigst mit Kanonenschüssen und Glockengeläut empfangen wurde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2003
Mit großem Interesse hat Ulrich M. Schmid diese literarisch-historische Darstellung über russisches Leben in der Schweiz gelesen. Der Band erschien bereits im Jahr 2000 auf Russisch und liegt nun in etwas gekürzter Fassung auch auf Deutsch vor, informiert der Rezensent. Er sieht in diesem Buch eindrucksvoll die "vielfältige Präsenz der Russen in der Schweiz" dokumentiert, die von Dostojewski über Tolstoi bis Lenin reichte, die alle eine zeitlang in der Schweiz lebten. Als "besonderes Verdienst" des russischen Autors Michail Schischkins preist der Rezensent die "feine Ironie" aber auch "grundsätzliche Sympathie" die dieser sowohl den russischen Landsleuten als auch den Schweizern gegenüber bei seiner Darstellung des "facettenreichen Themas" zum Ausdruck bringt.
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