Mit 25 Schwarzweißabbildungen. Der Religionshistoriker Gershom Scholem bezweifelte, dass es jemals eine sogenannte deutsch-jüdische Symbiose gegeben habe. Das vorliegende Fallbeispiel trägt dieser These Rechnung. Die Freundschaft zwischen Ludwig Klages und Theodor Lessing scheiterte. Sie scheiterte am Zeitgeist des jungen deutschen Kaiserreichs. Das vorliegende Buch widmet sich der Entwicklungsgeschichte dieser problematischen Freundschaft. Es handelt sich dabei nicht allein um eine Milieustudie. Vielmehr wird darin der Frage nachgegangen, welchen Wert die Freundschaft darstellte und welche Motive zum Bruch führten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.12.2000
Rolf-Bernhard Essig lobt an diesem Band besonders, wie "differenziert (die Autorin) die Freundschaft (zwischen Theodor Lessing und Ludwig Klages) als exemplarischen Fall gescheiterter deutsch-jüdischer Symbiose" darstellt. Essig verweist auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden, die kleinbürgerliche Herkunft des "dichterischen Träumers" Klages und den aus einer großbürgerlichen Familie stammenden "frühreifen Spötter" Lessing, die sich jedoch beide in nationalistischen Ideen und Blut- und Rassegedanken zusammenfanden. Der Bruch entstand, wie Essig erläutert, als Klages - auch aus persönlicher Enttäuschung - begann, Lessing als einen "geltungssüchtigen, aufdringlichen, rationalistischen" Juden zu betrachten. Die Stärke des Buchs sieht Essig vor allem darin, dass hier ein Blick in den sich zuspitzenden Antisemitismus der Zeit ermöglicht wird, der weit über die zerrüttete Freundschaft zwischen Lessing und Klages hinausreicht. Lediglich den "akademischen" Stil und einige überflüssige "unergiebige psychologische Deutungen" trüben ein wenig den insgesamt positiven Eindruck des Rezensenten.
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