Claudia Schmölders

Faust & Helena

Eine deutsch-griechische Faszinationsgeschichte
Cover: Faust & Helena
Berenberg Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783946334309
Gebunden, 240 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Sind Deutsche die Bewahrer des Griechentums, gar die wahren Griechen? Klingt verrückt, aber so wie Goethes unheimlicher Held Faust träumten Deutsche von Hellas als einer Helena, die man erobern müsste - als sie dann kamen (Homer im Tornister), verbreiteten sie Angst und Schrecken. Der Ariadnefaden, dem dieses Buch folgt, reicht von Winckelmann über Hölderlin, Heinrich Schliemann und bayerische Könige bis zu - Wolfgang Schäuble. Lauter Männer, die die alten Griechen idealisieren und auf die neuen herabblicken. Allein stehen die Deutschen damit nicht. Aber die meisten träumten, während Byron für die Griechen kämpfte, und europäische Politiker stets für lukrative Staatsbankrotte sorgten. Den ganz anderen weiblichen Blick gab es auch: Lady Hamilton, Sisi, die Duse und eine streitbare irische Forscherin, die den verzückten Blick erforschte, mit dem deutsche Männer auf Hellas starrten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.05.2018

Stephan Speicher hält das Konzept des Buches von Claudia Schmölders für keine gute Idee. Eine Unklarheit beherrscht den Text für Speicher, die der Rezensent sich zu erklären versucht, indem er annimmt, das Konzept sei zwischendurch verändert worden, weg von der Idee der irischen Germanistin Eliza Butler, Griechenland habe das deutsche Unheil gefördert, hin zum Griechenlandenthusiasmus eines Winckelmann. Dass die Autorin selber zu wenig Stellung bezieht in ihrer deutsch-griechischen Beziehungsgeschichte und die Frage nach der Triftigkeit von Butlers Thesen nicht wirklich stellt, hält Speicher ebenfalls für einen Mangel.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2018

Clemens Klünemann ahnt schon, dass es nicht harmonisch wird, wenn Claudia Schmölders eine deutsch-griechische Faszinationsgeschichte schreibt. Der Leitmotivik der Literaturwissenschaftlerin folgend, begibt sich Klünemann mit Schmölders auf einen Parforceritt durch die deutsche Geistesgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und lässt die Autorin die Facetten des Faust- und Helena-Mythos tüchtig spiegeln. Dass Schmölders sich mitunter "vergaloppiert" (Heine katholisch?), sieht er ihr nach. Schließlich findet sie immer den Weg zurück, meint er, der von Winckelmann zu Hitler führt, wie Schmölders ihn lehrt. Ob die gewählte Metaphorik den nüchternen Blick auf die Genese der deutschen Griechenlandfaszination verstellen könnte, darüber sinnt der Rezensent noch nach.

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