Aus dem Englischen von Violeta Topalova. Über die Bedeutungen des Händeschüttelns und warum wir daran festhalten sollten. Der Handschlag hat ein Imageproblem. Lange Zeit galt er weltweit als universelle Geste der Begrüßung schlechthin, bevor wir ihn im März 2020 schlagartig verbannten. Geht die älteste Geste der Menschheit nun in die Annalen der Geschichte ein?Die Paläoanthropologin und Komikerin Ella Al-Shamahi weigert sich, in den Abgesang auf den Handschlag mit einzustimmen. Sie selbst hat 26 Jahre ihres Lebens nach den Scharia-Regeln ohne ihn gelebt und musste sich ihn mühsam erarbeiten. Mit ihrem Buch nimmt sie uns mit auf eine Entdeckungsreise - von den Ursprüngen des Handschlags vor mindestens sieben Millionen Jahren, seinen politischen Höhe- und Tiefpunkten, bis zu seinem plötzlichen Verschwinden wegen Corona. Aus erster Hand zeigt sie, welche Rolle diese freundlichste aller Menschheitsgesten in der Vergangenheit bis heute spielt. Zwischen Bedürfnis nach Berührung, Angst vor Ansteckung und diplomatischem Affront: Wie schafft eine solch simple Geste es, die ganze Welt zu bewegen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2023
Rezensent Jörg Thomann scheint zusammen mit der Paläoanthropologin Ella Al-Shamahi froh zu sein, dass die Geste des Handschlags die Pandemie überdauert hat. Al-Shamahis Geschichte des Handschlags, die sowohl die Ursprünge erkundet als auch berühmtes Händeschütteln beschreibt und den Leser (so Thomann) zu allerhand Youtube-Dokumenten lockt, überzeugt den Rezensenten mit kultureller wie biologischer Expertise, aber auch durch den angelsächsischen Sachbuch-Charme aus Information und Kurzweiligkeit. Dass die Autorin lange Zeit ihres Lebens aufgrund der Scharia-Regeln nicht zum Händeschütteln neigte, heute aber umso leidenschaftlicher Hände schüttelt, wie Thomann weiß, gibt dem Buch laut Rezensent einen besonderen Dreh.
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