An nur wenigen Orten verdichtet sich die Weltpolitik gegenwärtig so stark wie rund um Taiwan. Chinas Ansprüche auf die Insel haben das Potential einen Krieg auszulösen zwischen den beiden stärksten Militärmächten der Welt. Gunter Schubert, einer der besten Kenner des heutigen Taiwan, führt in dessen Geschichte und Gegenwart ein und hilft, den Konflikt besser zu verstehen. Taiwan hat eine wechselvolle Geschichte, in denen sich Phasen der Zugehörigkeit zum chinesischen Festland mit Zeiten kolonialer Herrschaft ablösten. Den knapp 200 Jahren unter der Qing-Dynastie folgten von 1895 bis 1945 die Jahre unter japanischer Kolonialherrschaft. Als Folge des chinesischen Bürgerkriegs wurde Taiwan zum Rückzugsort der unterlegenen Kuomintang unter Chiang Kai-shek. Lange Zeit sahen sich beide, Taiwan ebenso wie das kommunistische Regime auf dem Festland, als eigentliche Repräsentanten Chinas und erhoben Ansprüche auf das Gebiet des jeweils anderen. Inzwischen hat sich Taiwan immer mehr von Festlandchina entfernt, und ein Großteil der Bevölkerung sieht ihr Land trotz der vielschichtigen kulturellen und historischen Verflechtung als einen souveränen Staat. Gunter Schubert leuchtet die komplexe kulturelle, politische und nationale Identität Taiwans aus und macht so das schwierige Verhältnis der Inselrepublik zur Volksrepublik China auf knappem Raum verständlich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2024
Einen knappen und dennoch aufschlussreichen Einblick in die Geschichte Taiwans erhält Rezensentin Sara Wagener bei Gunter Schubert: Er verhandelt in seiner Überblicksdarstellung immer wieder auch das Verhältnis zum chinesischen Festland. Die holländische und japanische Kolonialzeit wird dabei ebenso beleuchtet wie die Terrorherrschaft der Kuomintang und die Chinapolitik der demokratisch gewählten Regierungen seit 2000, erfahren wir. Auch über das Selbstverständnis der Insel, die sich überwiegend als taiwanisch versteht, lernt Wagener in diesem aufschlussreichen Buch einiges.
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