Kume Kunitake

Die Iwakura-Mission

Das Logbuch des Kume Kunitake über den Besuch der japanischen Sondergesandtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahre 1873
Cover: Die Iwakura-Mission
Iudicium Verlag, München 2002
ISBN 9783891297469
Gebunden, 650 Seiten, 66,00 EUR

Klappentext

Übersetzt und herausgegeben von Peter Pantzer, in Zusammenarbeit mit Matthias Eichhorn, Kerstin Hilker, L. Narangoa und Monika Schrimpf. Die gewaltigen Umwälzungen, die Japan seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr, gelten geradezu als Musterbeispiel für einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufstieg, wie er sich bis dahin noch nie in einem Land außerhalb Europas mit derartiger Konsequenz vollzogen hatte. Der Westen rieb sich erstaunt die Augen. Breite Bildung der Bevölkerung, Ansätze zu einer frühen Industrialisierung, zunehmende Bewegung innerhalb der ständischen Gesellschaftsordnung mag die eine, der Druck ausländischer - westlicher - Mächte die andere Ursache dafür sein. Dass in allen Fällen die geistige Auseinandersetzung zwischen Japan und dem Westen eine wesentliche Rolle spielte, ist heute unbestritten. Die Reise der "Iwakura-Mission" in den Westen in den Jahren 1871/1873 muß hier als ein besonderes Schlüsselereignis in Japans Neuerer Geschichte gesehen werden: eine aus fünf Regierungsmitgliedern bestehende diplomatische Mission unter der Leitung des "Staatskanzlers zur Rechten", Iwakura Tomomi (1825-1883) bereiste zwölf westliche Vertragsstaaten zu politischen Gesprächen und zum Studium abendländischer Errungenschaften aus erster Hand.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2003

Der Rezensent Ludger Lütkehaus ist begeistert von diesem "herausragenden historischen Dokument". Auch die Kommentierung findet er sehr gelungen, da sie "Japans Weg in die westliche Moderne", die eng mit dieser Erkundungsmission im europäischen und amerikanischen Ausland zusammenhängt, deutlich veranschaulicht. Neben dem Interesse für den wissenschaftlichen, ökonomischen und militärischen status quo in den besuchten Ländern gab es auch einen ausgeprägten touristischen Blick - besonders auf die "vorbildlich patriotische und paradiesische Schweiz", die letzte Station dieser Reise. Der Expedition vorangegangen war, wie Lütkehaus erinnert, die "militärische und technologische Traumatisierung durch Perrys Kanonenrohre" Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem das Land 200 Jahre lang in politischer Isolation verbracht hatte. Das daraufhin erklärte Ziel war ein Modernisierungsschub Japans, auf technischem ebenso wie wirtschaftlichem Gebiet. Auch die Mode war davon nicht ausgenommen, wie der Rezensent bemerkt. Begann die Delegation ihre Reise noch in traditioneller japanischer Kleidung, war sie bald in Anzug und Zylinder gekleidet.

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