Aus dem Englischen von Lilian Pithan. In der Ajayi Crowther Street in Lagos treffen sich Nachbar*innen, um zu tratschen, sich heftig zu zerstreiten … um dann doch wie jeden Sonntag gemeinsam in die Kirche zu gehen. "Lagos - Leben in Suburbia" erzählt von Reverend Akpoborie und seiner Familie. Sein Sohn wagt es nicht sich in der homophoben Umgebung als schwul zu outen, während seine Tochter ihre uneheliche Schwangerschaft verheimlichen muss, um das Ansehen der Familie zu wahren. Dazu heimliche Affären, spirituelle Quacksalber und religiöse Heuchler, aber es ist der Reverend selbst, der das dunkelste Geheimnis verbirgt!Wie die Soap Operas aus Nollywood, die in ganz Afrika beliebt sind, breiten die beiden nigerianischen Autoren in ihrer Graphic Novel das Leben ihrer Protagonisten mit all ihren Tief- und Höhepunkten aus und geben einen Einblick in das quirlige Leben im Großstadtmoloch Lagos.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.11.2021
Rezensent Frank Meyer weiß, dass auf dem Buchmarkt nur sehr wenige afrikanische Graphic Novels angeboten werden. An Elnathan Johns "Lagos. Leben in Suburbia", die den Alltag und die Konflikte der nigerianischen Familie Akpoborie wie in einer Fernsehserie immer wieder perspektiven- und handlungswechselnd abbildet findet Meyer schon deshalb besonders Gefallen. Der nigerianische Autor und Satiriker arbeitet in diesem Buch mit den realistischen und ausdrucksstarken Bildern des in Nigeria lebenden Zeichners Àlàbá Ònájin, erklärt der Rezensent. Die thematische Vielfalt, darunter beispielsweise Homosexualität oder der Pflichteinsatz beim National Youth Service, verhindere Meyer zufolge zwar, dass die Figuren allzu große Entwicklungen durchmachen, doch die detailreichen Bildlandschaften Ònájins und die Erzählstrategie des Autors ermöglichen, dass die Graphic Novel trotz allem nicht zu überfrachtet wirke, schließt der Rezensent.
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