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Pascal Bresson, Sylvain Dorange

Beate und Serge Klarsfeld: Die Nazijäger

Eine Graphic Novel über den Kampf gegen das Vergessen
Cover: Beate und Serge Klarsfeld: Die Nazijäger
Carlsen Verlag, Hamburg 2021
ISBN 9783551793478
Gebunden, 208 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Christiane Bartelsen. Es ist der 7. November 1968. Eine Frau ohrfeigt in aller Öffentlichkeit den deutschen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger und bezeichnet ihn als "Nazi". Diese Frau ist Beate Klarsfeld und diese Ohrfeige steht für ihr jahrzehntelanges Engagement im Kampf gegen alte und neue Nazis. Zusammen mit ihrem Mann Serge hat sie sich der Jagd nach Kriegsverbrechern verschrieben, die sie über Kontinente hinweg aufspürt. Der größte Erfolg für sie persönlich war der Prozess gegen Klaus Barbie, den "Schlächter von Lyon".
Diese Graphic Novel erzählt nicht nur die Geschichte der Ohrfeige, sondern auch die von Beate und Serge Klarsfeld und ihrer Jagd nach Gerechtigkeit. Sie ist eine mutige Frau, die vor Gefahren für sich selbst nicht zurückschreckte und die unbeirrt ihren Weg fortgesetzt hat. Gegen staatliche und persönliche Widerstände ankämpfend, hat sie nie akzeptiert, dass manche NS-Kriegsverbrecher einfach so davonkommen sollten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2021

Rezensent Alex Rühle kann das politische Sendungsbewusstsein gut verkraften, das der französische Comic-Autors Pascal Bresson bereits mit Büchern über Justizirrtümer oder das Leben der Politikerin und Holocaust-Überlebenden Simone Veil unter Beweis stellte. Die Doppelbiografie zu Beate und Serge Klarsfeld erscheint ihm dazu wie eine zwingende Ergänzung und eine "Feier der Hartnäckigkeit". Wie die Klarsfelds NS-Verbrecher wie Klaus Barbie aufspürten oder den SS-Obersturmbannführer Kurt Lischka von Köln nach Frankreich entführen wollten, das imponiert dem Rezensenten noch immer, nicht zu vergessen Beate Klarsfelds  Ohrfeige für Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger. Zeichner Sylvain Dorange setzt für Rühles Geschmack die Geschichte der beiden vielleicht ein bisschen zu peppig in Szene, aber "wenn's denn der Jugend gefällt", will der Rezensent daran so wenig aussetzen wie die Klarsfelds selbst, die an dem Comic mitgearbeitet haben.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 22.05.2021

Rezensent Thomas Linden sieht in dem Comic von Pascal Bresson und Sylvain Dorange über das rührige Nazijäger-Paar Beate und Serge Klarsfeld eine Appell an die Jugend. Wie die Autoren etwa Beate Klarsfeld anlegen, mit Spürnase und modischer Frisur, als Superheldin, scheint Linden ansprechend und gegenwärtig. Die Geschichte der beiden Heldengestalten von ihrer ersten Begegnung über die Kiesinger-Ohrfeige bis zu den Erfolgen bei der Jagd nach den Nazi-Verbrechern Kurt Lischka oder Klaus Barbie, erzählt der Band laut Linden visuell attraktiv und klug und im Text nur manchmal etwas pathetisch.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.05.2021

Rezensentin Ramona Westhof findet die Lebens- und Wirkensgeschichte von Beate und Serge Klasfeld in Pascal Bressons und Sylvain Doranges Comic gut abgebildet. Wie die Autoren verschiedene Lebensphasen der beiden "Nazijäger" und ihrer Familien erkunden, erinnert Westhof stark an ein Sachbuch. Die für das Leben des Paares zentrale Suche nach Kriegsverbrechern wird im Buch laut Westhof detailreich geschildert. Für die Rezensentin eine Detektivgeschichte mit bekanntem Ausgang. Der Spannung tut das allerdings keinen Abbruch, versichert sie.