Aus dem Französischen von Françoise Hynek und Arabel Summent. In kleinen Fragmenten zeichnet Emmanuelle Guattari, die Tochter des Philosophen und Psychoanalytikers Félix Guattari, ein ganz persönliches Bild vom New York der achtziger Jahre. Nach der Welt ihrer Kindheit und Jugend in der ländlichen Gegend an den Ufern der Loire folgen wir der Autorin nun auf ihre Streifzüge durch die amerikanische Metropole und in die Straßen des Stadtteils "Little Poland", in der eine große polnische Einwanderergemeinde lebt. Ihre Begegnungen spiegeln die Stimmung einer Stadt in der Krise wider.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2024
Rezensent Peter Urban-Halle erfreut sich an Emmanuelle Guattaris New-York-Impressionen, die die Zeit behandeln, die die Autorin in den 1980ern in der Stadt verbracht hat. Ihr Blick auch auf die Großstadt ist geprägt von ihrer Kindheit, die sie in einer Klinik der Antipsychiatriebewegung verbracht hat, was ihre Aufmerksamkeit auf Außenseiter lenkt, wie Obdachlose und polnische Migranten, entstanden ist so ein impressionistisches Bild vom Stadtteil "Little Poland", so der beeindruckte Kritiker, das trotz der verschiedenen einzelnen Eindrücke nie beliebig wirke. New York wird als ein Ort beschrieben, der vieles zugleich ist, der Angst machen kann und doch auch Klugheit und Humor enthält, erkennt er.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.06.2024
Rezensent Peter Urban-Halle kann Emmanuelle Guattaris "New York, Little Poland" viel abgewinnen. Guattaris Beschreibung des polnisch geprägten Stadtteils gegenüber von Manhattan ist laut Urban-Halle von jenem Blick geprägt, den sie schon in ihrem ersten autofiktionalen Roman eingeübt hat: So wie die Autorin in der Beschreibung ihrer Kindheit in der von ihrem Vater Félix Guattari geleiteten antipsychiatrischen Klinik "La Borde" nahe Paris das Besondere des Aufwachsens unter "Verrückten" beschrieb, entdeckt sie nun auch in der amerikanischen Metropole das, so der Rezensent, "Magische" jenseits der touristischen Orte. Besonders auffällig ist Urban-Halle zufolge Guattaris direkt in die Geschehnisse einsteigende Schreibweise, die flüchtige Momente einfangen kann. Der Kritiker freut sich, dass Guattaris ungewöhnliche Reisebeschreibung in der Übersetzung von Françoise Hynek und Arabel Summent nun auch der deutschen Leserschaft zugänglich ist.
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