Aus dem Französischen von Grete Osterwald. Renée ist 6 oder 7, ganz genau weiß sie es nicht. Als elternloses jüdisches Mädchen wird sie im letzten Kriegswinter vor den Deutschen versteckt - bei den Nonnen, dem Pfarrer, den Bauern in den Ardennen. Bis sie dem SS-Offizier Matthias in die Hände fällt. Er verschwindet mit ihr im Wald, um sie zu erschießen, aber plötzlich nimmt alles einen ganz anderen Lauf. Dieses Mädchen mit den dunklen Augen wird Matthias Leben für immer verändern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2018
Niklas Bender merkt dem Roman von Emmanuelle Pirotte an, dass er aus einem Drehbuch hervorgegangen ist. Laut Bender keine gute Konstellation, weil die Autorin allzu reißerisch vorgeht, um die 1944 in der Ardennenoffensive spielende Handlung um einen Überläufer hollywoodesk zu inszenieren. Die Figuren findet er wenig überzeugend. Und auch Pirottes Orientierung an zwei Filmen über den Ersten Weltkrieg (Hawks "Today we live" und Renoirs "Die große Illusion") sorgt bei ihm für Irritation.
Uli Aumüller findet Emmanuelle Pirottes Roman "Heute leben wir" toll. Die belgische Drehbuchautorin erzählt darin von einem SS-Mann kanadischer Herkunft, der während der Ardennen-Offensive seine große Wandlung erlebt, als er einem jüdischen Waisenkind kurz vor der Erschießung in die Augen blickt. Aumüller findet das weder sentimental noch reißerisch, und freut sich auch, dass die Autorin am Ende dem geläuterten Kriegsverbrecher und dem geretteten Kind einen "gemeinsamen Aufbruch in ein neues Leben" schenkt.
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