Aus dem Englischen von Helmut Ettinger. Mit 3 s/w-Bildteilen á 8 Seiten und 17 Karten. Im August 1944 schien das Ende des Zweiten Weltkrieges nah. An Ost- und Westfront trieben die Alliierten die Wehrmacht vor sich her, das Attentat vom 20. Juli schien ein Signal nach innen zu sein. Doch Hitler und seine getreuen Generäle verweigerten sich dieser Realität, auch in den alliierten Führungsstäben zeigten sich Unstimmigkeiten. Zunächst jedoch wurde die Westfront in atemberaubendem Tempo nach Osten verschoben, Belgien wurde befreit; Schrecken erfüllte insbesondere die deutschsprachigen Ostkantone der Ardennen, Vergeltungsmaßnahmen von Fliehenden und Verfolgern waren an der Tagesordnung. Vor diesem Hintergrund schufen verzweifelte Entschlossenheit auf deutscher und euphorische Fehleinschätzungen auf alliierter Seite die Ausgangslage für die wohl brutalste Schlacht des Krieges, in den Ardennen im Winter 1944/1945. In nur sechs Wochen verloren allein 150 000 Soldaten ihr Leben; für die USA war es die blutigste Schlacht des gesamten Krieges.
Antony Beevors "Die Ardennenoffensive 1944" gibt Rezensent Ambros Waibel nicht nur Anlass zur Retrospektion, sondern auch zur grundlegenden Frage, ob und wie man überhaupt über solches Grauen sprechen kann. Antony Beevor tut es, allerdings als Historiker. In seinem Buch lässt Beevor kein Gräuel aus, direkt, ehrlich, informativ und klug erzählt der Autor von Hitlers "letzter Schlecht im Westen", verlässt dabei jedoch, so wendet der Rezensent ein, nie die Pfade der "traditionellen Kriegsliteratur". Seine Leseempfehlung spricht Waibel trotzdem aus, wenn auch nur indirekt, denn ebenso wenig wie sich vielleicht über das Grauen des Krieges schreiben lässt, wenn man dabei war, lässt sich ein Kriegsbuch runderheraus "empfehlen".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2016
Joachim Käppner kann mit Antony Beevors Buch über die größte Landschlacht der USA in Europa noch einmal nachvollziehen, wie opferreich einst erstritten wurde, was heute so leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird: Freiheit und Demokratie. Das Buch des britischen Historikers besticht laut Käppner durch angelsächsische Erzählkunst: Scharfe Analyse, lebendige, anschauliche Schreibe und die gekonnte Verquickung von Geschichtserzählung und Zeugenberichten. Vor allem dem deutschen Leser, meint Käppner, bringt die Lektüre neue Erkenntnisse, etwa über das Ausmaß der Brutalität der Schlacht, die deutschen Kriegsverbrechen an belgischen Zivilisten und amerikanischen Soldaten oder auch betreffend Hitlers Beweggründe, die Schlacht zu schlagen.
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