Mit seinem Gedichtband "was Petersilie über die Seele weiß" legt Alexandru Bulucz ein Buch voller Begegnungen vor. Neben Briefen als Ausschnitten aus Geistergesprächen finden sich darin auch Schreiben an den Verleger. Zu den Angesprochenen gehören Welimir und Antonin, Crescentia und Rose. In der Annahme, dass eine generationen-, geographien- und kulturenübergreifende Teilhabe am Anderen ohne einen Versuch zur Selbstüberwindung nicht gelingen kann, überführt der Dichter individuelle und kollektive Gedächtnisse in langzeilige Kurz- und Langgedichte, archiviert mit seinen Dialogpartnern Erinnerungen und geht mit ihnen Fragen zu Abschied und Trauer, Dankbarkeit und Religion sowie den existenziellen Dimensionen kulinarischer und digestiver Metaphern nach. Es sind Gedichte, die aus Erzählgebilden hervorgehen - wie die Klänge jener orthodoxen Mönche, die, mit Holzhämmern auf Stundenhölzer schlagend, ihre Rufe zum Gebet improvisieren.
Rezensent Carsten Otte bespricht vier neue Gedichtbände - von Alexandru Bulucz ("was Petersilie über die Seele weiß"), Norbert Hummelt ("Sonnengesang"), Marion Poschmann ("Nimbus") und Kerstin Preiwuß ("Taupunkt") - deren Lyrik einiges gemeinsam hat: Das Thema Vergänglichkeit und Tod, aber auch die Bezugnahme auf lyrische Traditionen bis zur Antike. In Alexandru Buluczs Band "was Petersilie über die Seele weiß" wird die Vergänglichkeit sehr plastisch: "Schreiben sei Verdauungsstunde", zitiert Otte den in Rumänien geborenen Dichter, der von Zeus bis Adorno eine illustre Vorgängerschar sprachlich verdaut. Das führt zu schön konkreten Gedichten - "Wo u. warum nur zur Hölle verbergen die Kirchen u. Klöster die Klos?" fragt der Autor. Aber, versichert der Rezensent, es geht auch um den Tod der Liebe und des Lebens. Der einzige Autor, den Bulucz nie erwähnt, der aber für den Rezensenten in den Gedichten immer greifbar scheint, ist Paul Celan.
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