Mit der Operation Enduring Freedom begann am 7. Oktober 2001 der "Krieg gegen den Terror" in Afghanistan, der bis heute zum längsten Krieg der USA und ihrer Verbündeten geworden ist, mit Tausenden Toten und Verletzen, auch unter den deutschen Soldaten. Nun ziehen die westlichen Truppen ab, doch der Krieg bleibt, denn der neokoloniale "Kreuzzug" hat Wunden hinterlassen, die womöglich niemals heilen werden. Emran Feroz beschreibt zum 20. Jahrestag diesen Krieg aus afghanischer Perspektive. Er hat mit vielen Menschen vor Ort gesprochen: Von Hamid Karzai über Taliban-Offizielle bis zu betroffenen Bürgern, die unter diesem Krieg leiden. Ein Buch über die Gräuel eines verbrecherischen Krieges, das gleichzeitig einen neuen Blick auf ein Land und seine Menschen ermöglicht, die uns weitaus weniger fremd sind, als wir annehmen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.09.2021
Rezensentin Jasamin Ulfat-Seddiqzai liest das Buch von Emran Feroz zwar schnell, muss aber lange daran knabbern. Was der Autor aus jahrelangen Reisen durch Afghanistan und Gesprächen mit der Landbewohnern und mit Politikern an Schlüssen zieht, scheint ihr so gründlich wie prophetisch. Die Machtübernahme der Taliban, von der der Autor beim Verfassen des Buches noch nichts wissen konnte, erscheint der Rezensentin eine logische Folge all der Versäumnisse, die der Autor hier festhält. Feroz beschreibt die verschiedenen Phasen der afghanischen Geschichte und militärischen Interventionen laut Rezensentin als Verkettung von Katastrophen, die Gewalt, Korruption im Land und das Leid der Bevölkerung beförderten, nicht verminderten. Die politische Elite kommt dabei nicht besser weg als der "War on Terror", erkennt Ulfat-Seddiqzai.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22.08.2021
Moritz Baumstieger empfiehlt das Buch des Journalisten Emran Feroz für ein besseres Verständnis der Geschehnisse in Afghanistan. Was die Einsätze der USA, aber auch der Bundeswehr in dem Land angerichtet und welche Folgen Kriegsverbrechen und Korruption für die Menschen dort haben, vermittelt der Autor anhand von Recherchen vor Ort und eingehenden Analysen, erklärt Baumstieger. Dass der Ton dabei oft subjektiv und einseitig ist und mancher Gedanke im Text schon von der Wirklichkeit eingeholt wurde, ändert für den Rezensenten nichts an der schlagenden Aktualität des Buches.
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