Aus dem Englischen von Andreas Simon dos Santos. Die westlichen Truppen werden nicht ewig im Irak und in Afghanistan bleiben. Doch was geschieht, wenn sie gehen? Für Nahostexperte Gwynne Dyer hat der Umsturz in der krisengeschüttelten Region gerade erst begonnen und was immer auch kommt: Der Westen hielte sich am besten heraus. Dyer beleuchtet die Motive aller Schlüsselfiguren in der Region, seien es die westlichen Militärs, Sunniten und Schiiten im Irak, politische Kräfte im Libanon und Syrien bis hin zu Israelis und Palästinensern. Dabei räumt er auf mit Vorurteilen und Mythen und benennt die wahren Herausforderungen einer stabilen Zukunft: das Flüchtlingsdrama im Irak, die komplexen Stammesbeziehungen in Afghanistan oder die demografische Entwicklung in Israel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2008
Rezensent Thomas Speckmann ist ziemlich beeindruckt von dem, was Gwynne Dyer zur Lage im Irak und in Afghanistan zu sagen hat. Dyers Einschätzung der Lage im Mittleren Osten ist ziemlich radikal, weswegen sich Speckmann auch bemüßigt fühlt, Dyer von dem Verdacht zu befreien, ein "rebellischer Wirrkopf" zu sein. Er schätzt ihn als einen der "profiliertesten Experten für Sicherheitspolitik in der englischsprachigen Welt" - und als einen Autor, der sein Wissen lesenswert aufbereiten kann. Seine Analyse stelle alles "auf erfrischende Art und Weise" in Frage, was in den letzten Jahren amerikanische Politik war. Dyers zentrale These lautet, dass die Politik des Westens die politische Erstarrung der Region befördere und der dort herrschende "Extremismus" eine "Reaktion auf ein Jahrhundert ausländischer Beherrschung und Manipulation sei". Dyer plädiert deshalb dafür, die Region politisch sich selbst zu überlassen.
Wichtige und richtige Fragen zum Stand der außenpolitischen Dinge am Ende der Ära stellt dieses Buch des kanadischen Historikers und Journalisten nach Ansicht von Rezensent Bahman Nirumand. Damit meint er, versteht man den Rezensenten recht, jedoch nicht allein den Stand der US-Außenpolitik, sondern die Konstellation der Kräfte und Krisenherde sowie die Rolle des Westens insgesamt. Nirumand fasst Positionen und Analysen Gwynne Dyers zusammen, etwa seinen Befund, dass im Grunde die gesamte Region zwischen Afghanistan und dem Irak, deren Grenzen nach 1918 gezogen wurden, zur Disposition stehe. Und, dass sich der Westen aus dem Irak und Afghanistan zurückziehen müsse. Auch die Forderung Dyers nach einem Wandel im Nahen Osten unterschreibt der Rezensent, einen Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten inklusive. Dabei bleibt Dyer wohl die Antwort schuldig, wie dem Terror in Zukunft begegnet werden soll, und vertraut auf die Kraft der Selbstregulierung.
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